Traditionell gilt der Monat März als der „Josefsmonat“, dessen Festtag die Kirche am 19. März feiert.
Die große hl. Kirchenlehrerin TERESA VON AVILA erwähnt den hl. Josef häufig. Sie trug maßgeblich dazu bei, sein Andenken in der Kirche zu fördern und scheint die Erste gewesen zu sein, die Kirchen zu seiner Ehre erbauen ließ.
Nachdem Teresa mit jungen Jahren in das Karmelkloster in Avila eingetreten war, erkrankte sie an einer schmerzlichen Krankheit, die sie an den Rand des Grabes brachte. Nach mehrtägiger Ohnmacht war Teresa völlig gelähmt und erbat die Feier hl. Messen im Anliegen ihrer Heilung. Mit innigem Gebet wandte sie sich vertrauensvoll an den hl. Pflegevater Jesu. In ihrer Biographie schreibt sie:
„Er ließ seine Macht und Güte hell aufstrahlen. Ihm sei gedankt! Ich fühlte meine Kraft zurückkehren; ich konnte aufstehen und gehen, ich war nicht mehr gelähmt. Seine Hilfe offenbarte sich auf ganz greifbare Weise (...) Um das Glück voll zu machen, erhörte er mich jederzeit und über
alle meine Erwartungen hinaus.“
Später schrieb Teresa: „Schon seit Jahren erbitte ich mir für das Fest des hl. Josef stets eine besondere Gnade, und immer bin ich erhört worden. Ist meine Bitte weniger gut und nicht ganz der Ehre Gottes gemäß, so weiß er in bewundernswerter Weise sie zum Besseren zu lenken und so noch vorteilhafter für mich zu machen.“
Teresa empfiehlt: „Wer einen Führer auf dem Weg zum inneren Gebet und innerlichen Leben braucht, soll den hl. Josef als Führer nehmen, und er wird in ganz kurzer Zeit zum Ziel kommen. Wer immer meinen Worten nicht glauben will, den bitte ich um der Liebe Gottes willen, einen Versuch zu machen; er wird dann erfahren, welch großen Nutzen es bringt, wenn man sich diesem glorreichen Patriarchen empfiehlt und ihn mit Andacht verehrt.“
Im Blick auf den hl. Josef und all das, was sie im Vertrauen auf seine Fürbitte bei Gott erlebte, schreibt Teresa schließlich: „Ich erinnere mich nicht, ihn bis zum heutigen Tag je um etwas gebeten zu haben, das er mir nicht gewährt hätte. Ja, es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat!“
Traditionell ist der Mittwoch der Tag, an dem besonders des hl. Josef gedacht wird. Er wartet nur darauf, dass wir ihn in unser Leben einladen und seine Fürsprache in Anspruch nehmen, zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen. Verehrt den hl. Josef!
(Aus: Isenegger/Holböck, Verehrt den hl. Josef)
Samstag, 19. März 2016
Donnerstag, 10. März 2016
Medjugorje und das Fasten
Seit dem 24. Juni 1981 berichten sechs junge Menschen, dass ihnen die Gottesmutter Maria erscheine, die sich „Königin des Friedens“ nenne. Seither ist das Dorf Medjugorje in Bosnien Herzegowina zu einem der größten Wallfahrtsorte Europas geworden. Im Januar war Kardinal Schönborn aus Wien vor Ort, um Medjugorje „als Pilger“ zu erleben – immer wieder betont der Kardinal, dass viele Priesterberufungen in seiner Erzdiözese auf Medjugorje zurückgehen. Der Postulator des Seligsprechungsprozesses für Papst Johannes Paul II., Slawomir Oder, publizierte eine Aussage des 2005 verstorbenen Papstes, dessen Seligsprechung bevorsteht: „Wenn ich nicht in Rom wäre, würde ich bereits in Medjugorje beten.“
Noch steht das endgültige Wort der Kirche über die Echtheit der Erscheinungen aus. Wallfahrten nach Medjugorje sind jedoch erlaubt, und die Kirche bemüht sich, den Tausenden Pilgern seelsorgerisch beizustehen.
Aus dem neu erschienenen Medjugorje Kurzbericht, der den Wallfahrtsort und die Botschaften kurz vorstellt, zitieren wir einen Abschnitt zum Thema Fasten, das zum Kern der Botschaften gehört:
Die Gospa legte auch nahe, für die Bekehrung der Sünder zu beten und zu fasten. Dies ist ein weiterer Aspekt des Fastens: das Aufopfern. Auch dazu ruft die Gospa auf. Als die Seherin Vicka für längere Zeit unter Krankheiten – auch eine Art des Fastens durch Verzicht auf Gesundheit – zu leiden hatte, ermunterte die Gospa sie dazu, all ihre Schwierigkeiten Jesus für die Bekehrung der Sünder darzubringen. So verzichtete Vicka darauf, die Gospa um Heilung zu bitten.
Wie soll man fasten? Vicka sagt in einem Gespräch mit Pater Bubalo: „Wir haben sie gefragt, wie man fasten müsse, und sie sagte: bei Brot und Wasser ...Wer fastet, tut Gutes, wer aber nicht fastet, sündigt bestimmt nicht. Es sei denn, dass er dasjenige Fasten nicht hält, das die Kirche anordnet ... Das Wichtigste ist, dass man fastet, jeder so, wie er kann.“
Heute ist die Praxis des Fastens am Mittwoch und Freitag fest mit Medjugorje verbunden.
Noch steht das endgültige Wort der Kirche über die Echtheit der Erscheinungen aus. Wallfahrten nach Medjugorje sind jedoch erlaubt, und die Kirche bemüht sich, den Tausenden Pilgern seelsorgerisch beizustehen.
Aus dem neu erschienenen Medjugorje Kurzbericht, der den Wallfahrtsort und die Botschaften kurz vorstellt, zitieren wir einen Abschnitt zum Thema Fasten, das zum Kern der Botschaften gehört:
Fasten
Das Fasten hilft dem Menschen, durch bewussten Verzicht auf Konsumgüter, Gewohnheiten oder Aktivitäten sich seiner Abhängigkeiten bewusst zu werden und ein Stück mehr Freiheit zu gewinnen Es hilft ihm, sich auf seine Würde und Rolle zu besinnen und das Wesentliche zu erkennen, und es versetzt ihn in die Lage, sich wieder mehr Gott und seinen Mitmenschen zuzuwenden: „Auch heute lade ich euch zum Fasten und zur Entsagung ein. Meine lieben Kinder, entsagt dem, was euch hindert, Jesus näher zu sein“ (Botschaft vom 25. März 1998). Am 25. Juli 1991 sagte die Gospa: „In dieser Zeit ist der Friede auf besondere Weise bedroht, und ich erbitte von euch, dass ihr das Fasten und das Gebet in euren Familien erneuert. Liebe Kinder, ich wünsche, dass ihr den Ernst der Situation begreift und dass ihr begreift, dass viel von dem, was geschehen wird, von eurem Gebet abhängt.“ Immer wieder wird deutlich, wie sehr der Glaube, Gebet und Fasten den Frieden und unsere Zukunft beeinflussen: „Nur durch Gebet und Fasten kann der Krieg aufgehalten werden“ (Botschaft vom 25. April 1992). Indem wir uns durch Fasten und Entsagung von der Welt des Materiellen zurückziehen, werden wir offener für die Welt des Spirituellen, diese gewinnt mehr Anteil an uns. Und wenn wir als gläubige Christen mit dem Herzen fasten, in den Anliegen der Gospa, so können wir wiederum Einfluss nehmen auf den Plan Gottes: „Vor allem fastet, denn durch das Fasten werdet ihr erreichen, dass der gesamte Plan Gottes, den Gott hier in Medjugorje vorhat, verwirklicht wird ...“ (Botschaft vom 26. September 1985).Die Gospa legte auch nahe, für die Bekehrung der Sünder zu beten und zu fasten. Dies ist ein weiterer Aspekt des Fastens: das Aufopfern. Auch dazu ruft die Gospa auf. Als die Seherin Vicka für längere Zeit unter Krankheiten – auch eine Art des Fastens durch Verzicht auf Gesundheit – zu leiden hatte, ermunterte die Gospa sie dazu, all ihre Schwierigkeiten Jesus für die Bekehrung der Sünder darzubringen. So verzichtete Vicka darauf, die Gospa um Heilung zu bitten.
Wie soll man fasten? Vicka sagt in einem Gespräch mit Pater Bubalo: „Wir haben sie gefragt, wie man fasten müsse, und sie sagte: bei Brot und Wasser ...Wer fastet, tut Gutes, wer aber nicht fastet, sündigt bestimmt nicht. Es sei denn, dass er dasjenige Fasten nicht hält, das die Kirche anordnet ... Das Wichtigste ist, dass man fastet, jeder so, wie er kann.“
Heute ist die Praxis des Fastens am Mittwoch und Freitag fest mit Medjugorje verbunden.
Samstag, 3. Oktober 2015
ERNTEgeDANKen
Im Oktober feiern viele Pfarreien das Erntedankfest im Gedenken daran, dass die Erntegaben nicht nur Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, sondern auch Zeichen des Segens und der Liebe Gottes sind. Gleichzeitig ist Erntedank eine Einladung zurückzuschauen – in Dankbarkeit.
Diese Worte Jesu (Joh 15,5) weisen darauf hin, dass ich durch meine Taufe ein Rebzweig bin, eingepfropft in den Weinstock Gottes. Ich bin Sonnenschein, aber auch Wind, Regen oder gar Hagel ausgesetzt, der meine Blätter zerfetzt. Andere Rebzweige umgeben mich, manche helfen mir, meine Ranken auszustrecken, andere drücken mich weg und rauben mir das Sonnenlicht. Der Gärtner schneidet mich zurück, Insekten kommen und befruchten die Blüten, die ich hervorbringe. Andere Insekten hinterlassen winzige Eier, und meine Früchte und Blätter fallen der Gefräßigkeit der Larven zum Opfer.
Wenn ich mir meine Misserfolge und verpassten Chancen sowie das, was meine Umgebung dazu beigetragen hat, näher betrachte, erfasst mich Unzufriedenheit. Diese jedoch ist ein Alarmzeichen dafür, dass ich den Überblick verloren habe und Ablenkungen zum Opfer gefallen bin. Denn Ablenkung ist es, Vergangenes durch das Vergrößerungsglas der Unzufriedenheit zu sehen und am Ende zu meinen: „Keiner liebt mich!“
Die Alternative heißt Dankbarkeit. Wenn ich in Dankbarkeit zurückblicke, erkenne ich, dass Gott mich nie allein gelassen hat. Ich mag zwar ein etwas mitgenommener, von Schädlingen befallener Rebzweig sein, doch wenn ich auf den Weinstock schaue, darf ich erkennen, dass er mich trotzdem immer getragen hat und dass ich ihm vertrauen darf in allem, was kommt. Er ist es, der mir Kraft gibt, wenn ich gebeutelt werde. Nie hat er aufgehört, mir seinen lebensspendenden Saft zu geben. Wenn ich Einschnitte verkraften musste, stärkte er mich und baute mich auf. Wenn meine Früchte trotz meiner Bemühungen zu klein gerieten oder von Schädlingen befallen wurden, war der Weinstock für mich da, versorgte mich mit neuer Kraft und half mir, neue Knospen hervorzubringen. Selbst wenn der Herbst meines Lebens kommt, wenn ich all meine Blätter und Früchte loslassen muss und keine Schönheit mehr zeigen kann, wird der Weinstock dasein und mich stützen. Er schenkt mir die innere Kraft, die dem Auge verborgen bleibt und die unter der dürren Rinde auf ein „neues
Leben“ wartet.
In Australien lebt Nick Vujicic, 26 Jahre. Seine Geburt war ein Schock für seine Eltern – die Ultraschallbilder hatten nicht angezeigt, dass ihm aufgrund eines Genfehlers beide Arme und Beine fehlten. Einige Jahre haderte Nick mit seinem Schicksal: „Gottes Ebenbild? Ich? Das ist wohl ein Witz!“ Inzwischen sagt er: „Keine Arme, keine Beine – keine Sorgen! Schau nicht auf das, was du nichthast, sondern auf all das, was du hast!“ Dieselbe Lektion musste das Volk Israel lernen: 40 Jahre lang waren sie durch die Wüste gezogen, Gott hatte ihnen Manna, Wachteln, Wasser und alles Lebensnotwendige zur Verfügung gestellt. Als sie am Rand der Wüste Sin ihr Lager aufschlugen und kein Wasser mehr hatten, murrten sie und verfielen in Undank gegen Gott. Sie bedrohten Mose, der daraufhin durch Gottes Wort mit dem Stab Wasser aus dem Felsen schlug. Mose nannte den Ort „Massa und Meriba“, d.h. Probe und Streit, weil das undankbare Volk Gott auf die Probe gestellt hatte.
Der Psalm 95,7–10 gibt wider, wie Gott darüber dachte: „Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, wie in der Wüste am Tag von Massa! Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch mein Tun gesehen. Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider, und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; denn meine Wege kennen sie nicht.“ Lernen wir aus der Geschichte, um es nicht am eigenen Leib erfahren zu müssen: Undank ist eine Verfehlung gegen Gott, denn wer undankbar ist, hat keine Liebe für den, der uns aus Liebe erschaffen, am Leben erhalten und erlöst hat.
Die Zeit der Ente ist also eine Einladung, Gott nicht nur für das gute Wetter und die Erträge aus Acker, Weinberg und Wald zu danken, sondern auch ein Aufruf, dankbar zurückzuschauen und zu erkennen, wie sehr wir in Gott und seiner Liebe verwurzelt sein dürfen – zu jeder Jahreszeit! Mehr als die besten irdischen Eltern ist Gott stets für uns da, lässt uns nie fallen – außer dann, wenn wir uns aus freiem Willen von ihm lossagen. Und weil alles vergeht, Gott allein aber derselbe bleibt und weil Gott erst genügt (so sagte die hl. Teresa von Avila), deshalb steht es sogar den Rebzweigen, die sich aus eigenem Willen vom Weinstock getrennt haben, offen, jederzeit zurückzukommen und darum zu bitten, wieder eingepfropft zu werden und neues Leben aus der uralten, ewigen Wurzel zu schöpfen. Erkennen wir, wie großzügig, treu und liebevoll Gott, unser Weinstock ist, und danken wir ihm aufrichtig für alle guten Früchte in unserem Leben. Mit seiner Hilfe durften wir sie hervorbringen, denn er sagte (Joh 15,5): „Ohne mich könnt ihr nichts vollbringen!“Dieser Dank wird uns als wahre Rebzweige ausweisen, als liebende Kinder des himmlischen Vaters.
Beatrix Zureich
Zuerst erschienen in MARIA - Das Zeichen der Zeit Nr. 143
Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock ...“
Diese Worte Jesu (Joh 15,5) weisen darauf hin, dass ich durch meine Taufe ein Rebzweig bin, eingepfropft in den Weinstock Gottes. Ich bin Sonnenschein, aber auch Wind, Regen oder gar Hagel ausgesetzt, der meine Blätter zerfetzt. Andere Rebzweige umgeben mich, manche helfen mir, meine Ranken auszustrecken, andere drücken mich weg und rauben mir das Sonnenlicht. Der Gärtner schneidet mich zurück, Insekten kommen und befruchten die Blüten, die ich hervorbringe. Andere Insekten hinterlassen winzige Eier, und meine Früchte und Blätter fallen der Gefräßigkeit der Larven zum Opfer.
Wenn ich mir meine Misserfolge und verpassten Chancen sowie das, was meine Umgebung dazu beigetragen hat, näher betrachte, erfasst mich Unzufriedenheit. Diese jedoch ist ein Alarmzeichen dafür, dass ich den Überblick verloren habe und Ablenkungen zum Opfer gefallen bin. Denn Ablenkung ist es, Vergangenes durch das Vergrößerungsglas der Unzufriedenheit zu sehen und am Ende zu meinen: „Keiner liebt mich!“
Dankbarkeit
Die Alternative heißt Dankbarkeit. Wenn ich in Dankbarkeit zurückblicke, erkenne ich, dass Gott mich nie allein gelassen hat. Ich mag zwar ein etwas mitgenommener, von Schädlingen befallener Rebzweig sein, doch wenn ich auf den Weinstock schaue, darf ich erkennen, dass er mich trotzdem immer getragen hat und dass ich ihm vertrauen darf in allem, was kommt. Er ist es, der mir Kraft gibt, wenn ich gebeutelt werde. Nie hat er aufgehört, mir seinen lebensspendenden Saft zu geben. Wenn ich Einschnitte verkraften musste, stärkte er mich und baute mich auf. Wenn meine Früchte trotz meiner Bemühungen zu klein gerieten oder von Schädlingen befallen wurden, war der Weinstock für mich da, versorgte mich mit neuer Kraft und half mir, neue Knospen hervorzubringen. Selbst wenn der Herbst meines Lebens kommt, wenn ich all meine Blätter und Früchte loslassen muss und keine Schönheit mehr zeigen kann, wird der Weinstock dasein und mich stützen. Er schenkt mir die innere Kraft, die dem Auge verborgen bleibt und die unter der dürren Rinde auf ein „neues
Leben“ wartet.
Die Versuchung: Massa und Meriba
In Australien lebt Nick Vujicic, 26 Jahre. Seine Geburt war ein Schock für seine Eltern – die Ultraschallbilder hatten nicht angezeigt, dass ihm aufgrund eines Genfehlers beide Arme und Beine fehlten. Einige Jahre haderte Nick mit seinem Schicksal: „Gottes Ebenbild? Ich? Das ist wohl ein Witz!“ Inzwischen sagt er: „Keine Arme, keine Beine – keine Sorgen! Schau nicht auf das, was du nichthast, sondern auf all das, was du hast!“ Dieselbe Lektion musste das Volk Israel lernen: 40 Jahre lang waren sie durch die Wüste gezogen, Gott hatte ihnen Manna, Wachteln, Wasser und alles Lebensnotwendige zur Verfügung gestellt. Als sie am Rand der Wüste Sin ihr Lager aufschlugen und kein Wasser mehr hatten, murrten sie und verfielen in Undank gegen Gott. Sie bedrohten Mose, der daraufhin durch Gottes Wort mit dem Stab Wasser aus dem Felsen schlug. Mose nannte den Ort „Massa und Meriba“, d.h. Probe und Streit, weil das undankbare Volk Gott auf die Probe gestellt hatte.
Der Psalm 95,7–10 gibt wider, wie Gott darüber dachte: „Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, wie in der Wüste am Tag von Massa! Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch mein Tun gesehen. Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider, und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; denn meine Wege kennen sie nicht.“ Lernen wir aus der Geschichte, um es nicht am eigenen Leib erfahren zu müssen: Undank ist eine Verfehlung gegen Gott, denn wer undankbar ist, hat keine Liebe für den, der uns aus Liebe erschaffen, am Leben erhalten und erlöst hat.
Danken sollen dir die Völker alle (Ps 67)
Die Zeit der Ente ist also eine Einladung, Gott nicht nur für das gute Wetter und die Erträge aus Acker, Weinberg und Wald zu danken, sondern auch ein Aufruf, dankbar zurückzuschauen und zu erkennen, wie sehr wir in Gott und seiner Liebe verwurzelt sein dürfen – zu jeder Jahreszeit! Mehr als die besten irdischen Eltern ist Gott stets für uns da, lässt uns nie fallen – außer dann, wenn wir uns aus freiem Willen von ihm lossagen. Und weil alles vergeht, Gott allein aber derselbe bleibt und weil Gott erst genügt (so sagte die hl. Teresa von Avila), deshalb steht es sogar den Rebzweigen, die sich aus eigenem Willen vom Weinstock getrennt haben, offen, jederzeit zurückzukommen und darum zu bitten, wieder eingepfropft zu werden und neues Leben aus der uralten, ewigen Wurzel zu schöpfen. Erkennen wir, wie großzügig, treu und liebevoll Gott, unser Weinstock ist, und danken wir ihm aufrichtig für alle guten Früchte in unserem Leben. Mit seiner Hilfe durften wir sie hervorbringen, denn er sagte (Joh 15,5): „Ohne mich könnt ihr nichts vollbringen!“Dieser Dank wird uns als wahre Rebzweige ausweisen, als liebende Kinder des himmlischen Vaters.
Beatrix Zureich
Zuerst erschienen in MARIA - Das Zeichen der Zeit Nr. 143
Freitag, 18. September 2015
BETER AM STRASSENRAND
Morgen findet in Berlin
der MARSCH FÜRS LEBEN
statt.
Der New Yorker Priester Monsignore Philip J. Reilly (*1934) hatte fast zwanzig Jahre lang versucht, auf politischer Ebene etwas für den Schutz des menschlichen Lebens zu erreichen, besonders für die Ungeborenen. Am Ende war er völlig mutlos. Als der engagierte Priester nicht mehr weiter wusste, hörte er in seinem Herzen die Stimme Gottes: „Warum versuchst du es nicht mit beten?“ Nach einiger Zeit verstand Mons. Reilly, was Gott damit meinte: Das Gebet sollte an erster Stelle stehen und alles andere daraus erwachsen. So flehte er: „Herr, schenke mir eine Armee von Betern!“ Kurz darauf standen vor seiner Tür: ein Opa, drei Omas und ein Arbeitermädchen. Mit dieser Handvoll Leute, die am Fest Maria vom Sieg (7. Oktober, auch Rosenkranzfest genannt) vor die damals größte Abtreibungsklinik der westlichen Welt zogen, wurde 1989 der Grundstein für die Helfer für Gottes kostbare Kinder gelegt (...)
Innerhalb von elf Jahren verbreitete sich das Apostolat der Helfer auf allen fünf Erdteilen. Die Fakten sind eindeutig: Von zunächst 43 Abtreibungseinrichtungen in der Diözese Brooklyn sind heute nur noch 20 übrig geblieben! War die frühere Pro-Life-Arbeit von Mons. Reilly fruchtlos geblieben, so konnte man jetzt die Erfolge überall dort sehen, wo vor den Abtreibungsstätten gebetet wurde (...) In Deutschland wird in bisher 23 Städten gebetet; an sechs Abtreibungsorten wurde der„Tötungsbetrieb“ eingestellt.
Innerhalb weniger Minuten hatte das Paar sich entschieden, nicht in die Klinik zu gehen. Beim Wegfahren lächelte das Kind auf dem Rücksitz und winkte den Helfern zu. Der Priester und die Nonne beendeten das Befreiungsgebet und standen auf. Nun berichteten ihnen die Helfer voller Freude, was während des Betens geschehen war. Noch lange erinnerte ich mich an das Lächeln des Kindes auf dem Rücksitz – als ob der Junge schon voller Vorfreude auf sein Brüderchen oder
Schwesterchen wäre.
dass er nicht unbedingt „für Abtreibung“, sondern „für die Frau“ sei, obwohl er manchmal Probleme damit hatte, beides miteinander zu vereinbaren: dass er den Frauen half, indem er ihre Kinder tötete. Er sagte, dass er sich bei der D&E-Methode (Erweitern des Muttermunds und Entfernen des Kindes), bei der das Baby buchstäblich auseinandergerissen wird, keine Sorgen darüber machen musste, dass das Baby lebend geboren wird. Bei Abtreibungen durch Salzlösung jedoch konnte es geschehen, dass das Kind lebend geboren wurde und er die winzigen Babys sah, wie sie nach Luft schnappten und mit ihren Füßen um sich traten, bis sie starben.
Beim Anblick dieser winzigen Körper verspürte Dr. Levantino jedes Mal ein plötzliches Unbehagen. Während er täglich etwa zehn solcher Babys „entsorgte“, versuchten er und seine Frau, ein Kind zu adoptieren. Nachdem sie schließlich eines adoptiert hatten, mussten sie den Schmerz erleben, dieses Kind durch einen Verkehrsunfall zu verlieren.
Schließlich konnte er sich der Realität nicht länger verschließen, dass der Körper eines Kindes bei der Abtreibung das „Kind von jemandem“ ist – so wie sein Kind, das er gerade verloren hatte. Ihm wurde bewusst, dass er das Kind von jemandem tötete – wie ein Auftragskiller. Diese Einsicht war der Wendepunkt in seinem Leben. Er erkannte, dass alles Geld der Welt diese Arbeit nicht wert war und veröffentlichte seine Geschichte.
Es gibt in unserer Gesellschaft viele solcher Überlebender, deren Geschwister abgetrieben wurden. Zu meinen Beratungsgesprächen kamen Jugendliche, die mir stockend und verstört von den Abtreibungen ihrer Mütter erzählten und wie sie versuchten, einen Sinn darin zu finden. Einmal erzählte mir eine Jugendliche, ihre Mutter habe ihr gesagt, dass sie eigentlich hätte abgetrieben werden sollen ...“
Es ist wichtig zu begreifen, dass eine Abtreibung sich nicht nur auf die Frau und ihr Kind auswirkt, sondern auch auf ihre engere und weitere Umgebung: auf den Vater, die Großeltern, Tanten und Onkel, da sie alle diesen Verlust spüren; ganz besonders jedoch auf die späteren Kinder.
(Aus: Wanda Skowronska, Beter am Straßenrand
zu beziehen beim Miriam-Verlag)
der MARSCH FÜRS LEBEN
statt.
Der New Yorker Priester Monsignore Philip J. Reilly (*1934) hatte fast zwanzig Jahre lang versucht, auf politischer Ebene etwas für den Schutz des menschlichen Lebens zu erreichen, besonders für die Ungeborenen. Am Ende war er völlig mutlos. Als der engagierte Priester nicht mehr weiter wusste, hörte er in seinem Herzen die Stimme Gottes: „Warum versuchst du es nicht mit beten?“ Nach einiger Zeit verstand Mons. Reilly, was Gott damit meinte: Das Gebet sollte an erster Stelle stehen und alles andere daraus erwachsen. So flehte er: „Herr, schenke mir eine Armee von Betern!“ Kurz darauf standen vor seiner Tür: ein Opa, drei Omas und ein Arbeitermädchen. Mit dieser Handvoll Leute, die am Fest Maria vom Sieg (7. Oktober, auch Rosenkranzfest genannt) vor die damals größte Abtreibungsklinik der westlichen Welt zogen, wurde 1989 der Grundstein für die Helfer für Gottes kostbare Kinder gelegt (...)
Innerhalb von elf Jahren verbreitete sich das Apostolat der Helfer auf allen fünf Erdteilen. Die Fakten sind eindeutig: Von zunächst 43 Abtreibungseinrichtungen in der Diözese Brooklyn sind heute nur noch 20 übrig geblieben! War die frühere Pro-Life-Arbeit von Mons. Reilly fruchtlos geblieben, so konnte man jetzt die Erfolge überall dort sehen, wo vor den Abtreibungsstätten gebetet wurde (...) In Deutschland wird in bisher 23 Städten gebetet; an sechs Abtreibungsorten wurde der„Tötungsbetrieb“ eingestellt.
Berichte der „Beter am Straßenrand“
Ein Priester und eine Ordensschwester hatten an einer Gebetsvigil vor einer Abtreibungsklinik teilgenommen und leise das Befreiungsgebet von Papst Leo XIII. gebetet. Während sie beteten, fuhr ein Paar in einem Auto vor die Klinik, auf dem Rücksitz saß ein Kleinkind. Die Frau auf dem Vordersitz wollte eine Abtreibung vornehmen lassen. Zwei Helfer sprachen durch das Wagenfenster mit dem Paar und bekamen eine nachdenkliche Antwort. Dann wendete das Auto und fuhr von der Kinik weg.Innerhalb weniger Minuten hatte das Paar sich entschieden, nicht in die Klinik zu gehen. Beim Wegfahren lächelte das Kind auf dem Rücksitz und winkte den Helfern zu. Der Priester und die Nonne beendeten das Befreiungsgebet und standen auf. Nun berichteten ihnen die Helfer voller Freude, was während des Betens geschehen war. Noch lange erinnerte ich mich an das Lächeln des Kindes auf dem Rücksitz – als ob der Junge schon voller Vorfreude auf sein Brüderchen oder
Schwesterchen wäre.
Ein Umdenken bei Ärzten
Dr. Levantino machte 1976 seinen Abschluss am Albany Medical Centre in New York und war acht Jahre lang als Abtreibungsarzt beschäftigt, bevor er seine eigene Praxis eröffnete. Er redete sich ein,dass er nicht unbedingt „für Abtreibung“, sondern „für die Frau“ sei, obwohl er manchmal Probleme damit hatte, beides miteinander zu vereinbaren: dass er den Frauen half, indem er ihre Kinder tötete. Er sagte, dass er sich bei der D&E-Methode (Erweitern des Muttermunds und Entfernen des Kindes), bei der das Baby buchstäblich auseinandergerissen wird, keine Sorgen darüber machen musste, dass das Baby lebend geboren wird. Bei Abtreibungen durch Salzlösung jedoch konnte es geschehen, dass das Kind lebend geboren wurde und er die winzigen Babys sah, wie sie nach Luft schnappten und mit ihren Füßen um sich traten, bis sie starben.
Beim Anblick dieser winzigen Körper verspürte Dr. Levantino jedes Mal ein plötzliches Unbehagen. Während er täglich etwa zehn solcher Babys „entsorgte“, versuchten er und seine Frau, ein Kind zu adoptieren. Nachdem sie schließlich eines adoptiert hatten, mussten sie den Schmerz erleben, dieses Kind durch einen Verkehrsunfall zu verlieren.
Schließlich konnte er sich der Realität nicht länger verschließen, dass der Körper eines Kindes bei der Abtreibung das „Kind von jemandem“ ist – so wie sein Kind, das er gerade verloren hatte. Ihm wurde bewusst, dass er das Kind von jemandem tötete – wie ein Auftragskiller. Diese Einsicht war der Wendepunkt in seinem Leben. Er erkannte, dass alles Geld der Welt diese Arbeit nicht wert war und veröffentlichte seine Geschichte.
Das Leiden der „Überlebenden“
Der kanadische Psychiater und Kinderpsychologe Philip Ney weist auf das Leiden derer hin, die direkt oder indirekt „Überlebende“ einer Abtreibung sind. Es sind Menschen, die z.B. nach einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas (IVF) ausgewählt wurden, während viele ihrer Geschwister ausgelöscht wurden. Oder diejenigen, die für einen bestimmten Zweck „erzeugt“ wurden, wie z.B. um ein Geschwister mit Knochenmark zu versorgen. Was wird ein IVF-Kind empfinden, wenn es erfährt, dass es ausgewählt wurde und vielleicht fünf, acht, zwölf oder sogar noch mehrere Geschwister dabei vernichtet wurden? hilip Ney und Marie Peeters zitieren in ihrer Studie über PASS, Überlebende einer Abtreibung, die Worte einer Frau, deren Bruder oder Schwester durch eine Abtreibung getötet wurde: „Ich hatte kein Recht darauf, da zu sein (...) Ich hänge an nichts und hatte auch nie eine verlässliche Beziehung. Ich fühlte mich allein und bedroht. Mein Leben, mein Dasein war in Frage gestellt. Ich hatte irrsinnige Zornesausbrüche und eine unkontrollierbare Wut (...) Erst jetzt, im Alter von 55 Jahren, beginne ich zu verstehen. Vor ein paar Jahren, kurz bevor meine Mutter starb, erzählte sie mir, dass sie vor meiner Geburt eine Abtreibung hatte ...“Es gibt in unserer Gesellschaft viele solcher Überlebender, deren Geschwister abgetrieben wurden. Zu meinen Beratungsgesprächen kamen Jugendliche, die mir stockend und verstört von den Abtreibungen ihrer Mütter erzählten und wie sie versuchten, einen Sinn darin zu finden. Einmal erzählte mir eine Jugendliche, ihre Mutter habe ihr gesagt, dass sie eigentlich hätte abgetrieben werden sollen ...“
Es ist wichtig zu begreifen, dass eine Abtreibung sich nicht nur auf die Frau und ihr Kind auswirkt, sondern auch auf ihre engere und weitere Umgebung: auf den Vater, die Großeltern, Tanten und Onkel, da sie alle diesen Verlust spüren; ganz besonders jedoch auf die späteren Kinder.
(Aus: Wanda Skowronska, Beter am Straßenrand
zu beziehen beim Miriam-Verlag)
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Montag, 17. August 2015
Ein eucharistisches Wunder
Am 21. August 1888, bei der großen französischen Nationalwallfahrt nach Lourdes, hatte es fast keine Heilungen gegeben. Ein Gewitter machte am Abend die Lichterprozession unmöglich. Angesichts der betrübten Pilgerschar kam ein frommer Geistlicher auf den Gedanken, das Allerheiligste Sakrament durch die Reihen der Kranken zu tragen, um dasselbe in vertrauensvollen Anrufungen zu feiern. Gesagt – getan. Bereits tags darauf, am Fest Maria Königin, wurde die erste Krankenprozession mit dem hochwürdigsten Gut gehalten.
Damals ertönten zum ersten Mal die ergreifenden Rufe: „Herr! Wenn du willst, kannst du mich gesund machen!“ – „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich unser!“ Und was geschah? Kaum waren diese Flehrufe an den eucharistischen Herrn ergangen, erhoben sich vor der Grotte nicht weniger als acht Kranke, die ihre Gesundheit plötzlich wiedererlangt hatten. Wer kann den Jubel beschreiben, der nun unter Tränen der Dankbarkeit zum Himmel stieg? Ohne Unterlass erschallt seit diesem Tag dieser Jubel der Herzen zu Ehren des Allerheiligsten Altarsakraments in Lourdes weiter.
Dr. Boissarie schrieb darüber: „Im Jahr 1888 begannen wir die Heilungen zu registrieren, die sich während der eucharistischen Prozession ereigneten (...) Sehr oft konnte man bei den Bädern keine Besserung feststellen, während die Heilung plötzlich vor dem Allerheiligsten
geschah ...“
(Aus: Die schönsten eucharistischen Wunder, Heft 1
Zusammengetragen von Pfr. Karl M. Harrer, zu beziehen bei uns im Miriam-Verlag)
Damals ertönten zum ersten Mal die ergreifenden Rufe: „Herr! Wenn du willst, kannst du mich gesund machen!“ – „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich unser!“ Und was geschah? Kaum waren diese Flehrufe an den eucharistischen Herrn ergangen, erhoben sich vor der Grotte nicht weniger als acht Kranke, die ihre Gesundheit plötzlich wiedererlangt hatten. Wer kann den Jubel beschreiben, der nun unter Tränen der Dankbarkeit zum Himmel stieg? Ohne Unterlass erschallt seit diesem Tag dieser Jubel der Herzen zu Ehren des Allerheiligsten Altarsakraments in Lourdes weiter.
Dr. Boissarie schrieb darüber: „Im Jahr 1888 begannen wir die Heilungen zu registrieren, die sich während der eucharistischen Prozession ereigneten (...) Sehr oft konnte man bei den Bädern keine Besserung feststellen, während die Heilung plötzlich vor dem Allerheiligsten
geschah ...“
(Aus: Die schönsten eucharistischen Wunder, Heft 1
Zusammengetragen von Pfr. Karl M. Harrer, zu beziehen bei uns im Miriam-Verlag)
Samstag, 18. Juli 2015
DIE TAUFE
Während in der westlichen Welt die Angst vor Terroristen die Schlagzeilen beherrscht, wirkt Gott in islamischen Ländern in der Verborgenheit. Das Zeugnis ehemaliger Muslime, die zu Christus fanden, beschreibt das Wirken des Heiligen Geistes und zeigt, wie wichtig unser Gebet für all jene ist, die Christus noch nicht kennen.
Papst Franziskus bat kürzlich darum, dass wir Christen unseren Tauftag bewusst feiern bzw. das Datum unserer Taufe nachschlagen sollten. Die Taufe ist ein Geschenk, das viele noch nicht ausreichend zu schätzen gelernt haben. So kann die Erfahrung ehemaliger Muslime, die unter Todesgefahr und ganz bewusst die Taufe empfingen, auch unseren Glauben und unsere Dankbarkeit für dieses grundlegende Sakrament neu entfachen.
Im Folgenden zitieren wir die Erfahrungen der vormals fanatischen ägyptischen Muslimin Nahed bei ihrer Taufe, die am 30. November 1988 im Verborgenen in einer koptischen Kapelle in Ägypten stattfand:
"Ich hatte das Gefühl, durch die Katechese schnell im Glauben zu wachsen und sehnte mich nach der Taufe. Sooft ich Pater Zakaria traf, brachte ich meine Bitte vor: „Ich möchte getauft werden!“ Schließlich stimmte er zu, nahm ein Blatt Papier von seinem Pult und schrieb darauf: „Satan wird dir den Krieg erklären! Höre nicht auf damit, in der Bibel zu lesen und regelmäßig zu beten!“
Die Tage schleppten sich dahin – bis zum Morgen des 30. November. Ich stürmte förmlich aus dem Haus und war gegen 6 Uhr in der Kirche, wo mich meine Patin erwartete. Diesen Tag betrachte ich als meinen eigentlichen Geburtstag. Wir hörten Pater Zakaria kommen, er strahlte über das ganze Gesicht. Wir gingen in die Taufkapelle, wandten uns alle drei gen Westen und sagten uns von Satan los. Dann wandten wir uns gen Osten und ich bekannte mich zu meinem Glauben an meinen Herrn, Gott und Erlöser Jesus Christus.
Der Pater ging hinaus, während ich mein Taufkleid anzog und in das Taufbecken stieg. Es war ein wundervolles Gefühl, als das Wasser meinen Körper berührte. Ich empfand einen Frieden, wie ich ihn zuvor nur während meiner ersten Vision, als ich mich zu Füßen unseres geliebten Herrn sah, verspürt hatte.
Der Pater kam wieder herein und fragte mich, welchen Taufnamen ich mir wünsche. Er fügte hinzu: „Was halten Sie von dem Namen Phoebe?“ Ich erwiderte: „Phoebe! Einverstanden.“ Er legte seine Hand auf meinen Kopf und sprach: „Ich taufe dich, Phoebe, im Namen des Vaters ...“, und gab mir mit einem leichten Druck auf den Kopf zu verstehen, dass ich ins Wasser eintauchen sollte. Ich öffnete dabei meine Augen: Ich fühlte mich wie in einem großen erleuchteten Kristall und hörte vernehmbar einige wundervolle Stimmen.Ich kam wieder hoch, nahm einen tiefen Atemzug, und wieder drückte der Pater gegen meinen Kopf, so dass ich nochmals in das Wasser eintauchte, während er weitersprach: „... und des Sohnes ...“ Dabei sah und hörte ich dasselbe wie zuvor. Ich versuchte, länger eingetaucht zu bleiben, kam wieder hoch – und noch einmal: „... und des Heiligen Geistes.“ Ich erhob mich und der Pater sagte zu mir: „Bitte den Herrn, dir die Gabe des Heiligen Geistes zu schenken.“ Und ich fühlte die Berührung des Herrn.Anschließend salbte der Pater mein Gesicht und meine Handflächen mit Myron-Öl (In der orthodoxen Kirche wird dieses Salböl unter einem besonderen Gebet zubereitet, wobei eine bestimmte Menge frisches Öl dem übrig gebliebenen Öl zugemischt wird, so dass das Salböl sich bis zu dem Öl zurückführen lässt, mit dem Christus nach der Kreuzigung gesalbt wurde). Dann ging er hinaus, während ich mich wieder anzog.
Es war überwältigend! Ich spürte die Stimme des geliebten Herrn zu mir sagen: „Jetzt kannst du offen sprechen!“ Was für eine Erlaubnis!Ich trat aus der Taufkapelle, in der ich mein wahres Leben erhalten hatte, und ging in die Kirche, um an der Kommunion teilzunehmen. Ein wundervoller Traum wurde Wirklichkeit! Ich bekam die Hostie und das kostbare Blut gereicht. Welcher Mund verdient ein solches Privileg!?"
(Aus: N. M. Metwally, Von Allah zu Christus)
Papst Franziskus bat kürzlich darum, dass wir Christen unseren Tauftag bewusst feiern bzw. das Datum unserer Taufe nachschlagen sollten. Die Taufe ist ein Geschenk, das viele noch nicht ausreichend zu schätzen gelernt haben. So kann die Erfahrung ehemaliger Muslime, die unter Todesgefahr und ganz bewusst die Taufe empfingen, auch unseren Glauben und unsere Dankbarkeit für dieses grundlegende Sakrament neu entfachen.
Im Folgenden zitieren wir die Erfahrungen der vormals fanatischen ägyptischen Muslimin Nahed bei ihrer Taufe, die am 30. November 1988 im Verborgenen in einer koptischen Kapelle in Ägypten stattfand:
Wiedergeboren in der Taufe
"Ich hatte das Gefühl, durch die Katechese schnell im Glauben zu wachsen und sehnte mich nach der Taufe. Sooft ich Pater Zakaria traf, brachte ich meine Bitte vor: „Ich möchte getauft werden!“ Schließlich stimmte er zu, nahm ein Blatt Papier von seinem Pult und schrieb darauf: „Satan wird dir den Krieg erklären! Höre nicht auf damit, in der Bibel zu lesen und regelmäßig zu beten!“
Die Tage schleppten sich dahin – bis zum Morgen des 30. November. Ich stürmte förmlich aus dem Haus und war gegen 6 Uhr in der Kirche, wo mich meine Patin erwartete. Diesen Tag betrachte ich als meinen eigentlichen Geburtstag. Wir hörten Pater Zakaria kommen, er strahlte über das ganze Gesicht. Wir gingen in die Taufkapelle, wandten uns alle drei gen Westen und sagten uns von Satan los. Dann wandten wir uns gen Osten und ich bekannte mich zu meinem Glauben an meinen Herrn, Gott und Erlöser Jesus Christus.
Der Pater ging hinaus, während ich mein Taufkleid anzog und in das Taufbecken stieg. Es war ein wundervolles Gefühl, als das Wasser meinen Körper berührte. Ich empfand einen Frieden, wie ich ihn zuvor nur während meiner ersten Vision, als ich mich zu Füßen unseres geliebten Herrn sah, verspürt hatte.
Der Pater kam wieder herein und fragte mich, welchen Taufnamen ich mir wünsche. Er fügte hinzu: „Was halten Sie von dem Namen Phoebe?“ Ich erwiderte: „Phoebe! Einverstanden.“ Er legte seine Hand auf meinen Kopf und sprach: „Ich taufe dich, Phoebe, im Namen des Vaters ...“, und gab mir mit einem leichten Druck auf den Kopf zu verstehen, dass ich ins Wasser eintauchen sollte. Ich öffnete dabei meine Augen: Ich fühlte mich wie in einem großen erleuchteten Kristall und hörte vernehmbar einige wundervolle Stimmen.Ich kam wieder hoch, nahm einen tiefen Atemzug, und wieder drückte der Pater gegen meinen Kopf, so dass ich nochmals in das Wasser eintauchte, während er weitersprach: „... und des Sohnes ...“ Dabei sah und hörte ich dasselbe wie zuvor. Ich versuchte, länger eingetaucht zu bleiben, kam wieder hoch – und noch einmal: „... und des Heiligen Geistes.“ Ich erhob mich und der Pater sagte zu mir: „Bitte den Herrn, dir die Gabe des Heiligen Geistes zu schenken.“ Und ich fühlte die Berührung des Herrn.Anschließend salbte der Pater mein Gesicht und meine Handflächen mit Myron-Öl (In der orthodoxen Kirche wird dieses Salböl unter einem besonderen Gebet zubereitet, wobei eine bestimmte Menge frisches Öl dem übrig gebliebenen Öl zugemischt wird, so dass das Salböl sich bis zu dem Öl zurückführen lässt, mit dem Christus nach der Kreuzigung gesalbt wurde). Dann ging er hinaus, während ich mich wieder anzog.
Es war überwältigend! Ich spürte die Stimme des geliebten Herrn zu mir sagen: „Jetzt kannst du offen sprechen!“ Was für eine Erlaubnis!Ich trat aus der Taufkapelle, in der ich mein wahres Leben erhalten hatte, und ging in die Kirche, um an der Kommunion teilzunehmen. Ein wundervoller Traum wurde Wirklichkeit! Ich bekam die Hostie und das kostbare Blut gereicht. Welcher Mund verdient ein solches Privileg!?"
(Aus: N. M. Metwally, Von Allah zu Christus)
Freitag, 12. Juni 2015
Das Band zwischen Leib Christi und Wort Gottes
Die kanadische Ordensfrau Mutter Julienne du Rosaire (1911 - 1995) war geradezu „verliebt“ in die hl. Eucharistie und liebte die eucharistische Anbetung. Sie gründete 1948 die „Dominikaner-Missionarinnen von der Anbetung“, seit 2008 ist ihr Seligsprechungsverfahren in Rom anhängig.
Klein von Gestalt, mit einem großen Herzen für Gott und die Mitmenschen, wurde Mutter Julienne zur begeisterten Lehrerin aller, die wie der Lieblingsjünger Johannes nahe am eucharistischen Herzen Jesu ruhen möchten. In ihren oft spontan gehaltenen Betrachtungen umriss sie in wenigen Worten die Facetten des Mysteriums der Liebe Gottes. Dazu gehören folgende Auszüge aus Mutter Juliennes Ansprache, in der sie uns eine Fülle von tiefen Gedanken über das untrennbare Band schenkt, das den Leib Christi (die Eucharistie) mit dem Wort Gottes (dem Evangelium) verbindet:
Zwei Tische sind uns bereitet: das Evangelium und die Eucharistie.
Das Evangelium: Christus in Seiner historischen Wirklichkeit.
Die Eucharistie: Christus in Seiner heutigen Wirklichkeit
Das Evangelium: Botschaft der Liebe.
Die Eucharistie: Testament der Liebe.
Das Evangelium: das heilige Buch.
Die Eucharistie: das heilige Zeichen.
Das Evangelium: lebendiges Beispiel.
Die Eucharistie: lebendiges Brot.
Das Evangelium: Wort des Lichtes unter dem Schleier des Wortes.
Die Eucharistie: Wort des Lebens unter dem Schleier des Brotes.
Das Evangelium: Es annehmen heißt, das Wort empfangen und sich ihm öffnen.
Die Eucharistie: Sie essen heißt, das Wort in sich aufnehmen und sich vom Wort aufnehmen lassen.
Das Evangelium: Nahrung unseres Geistes.
Die Eucharistie: Nahrung unseres Herzens.
Im Evangelium sehen wir Jesus. In der Eucharistie verkosten wir Jesus. Im Evangelium wirkt Er durch Sein Wort, in der Gestalt des Buchstabens. In der Eucharistie wirkt Er durch Seinen Leib, in der Gestalt des Brotes.
Im Evangelium muss man Ihn betrachten und auf Ihn hören, um zu tun, was Er getan hat. In der Eucharistie muss man Ihn essen und sich essen lassen, um zu dem zu werden, was Er ist. Das Evangelium gibt uns die Eucharistie, und die Eucharistie gibt uns das Evangelium. Beide sind ein und dieselbe Wirklichkeit: Jesus Christus, das Wort Gottes in Seiner Menschheit, die große Liebe, die ihr Leben hingibt. Um Ihn gut zu kennen und zu lieben, müssen wir von dem Wort und dem Brot essen.
(Aus: Mutter Julienne du Rosaire, Das eucharistische Herz Jesu)
Klein von Gestalt, mit einem großen Herzen für Gott und die Mitmenschen, wurde Mutter Julienne zur begeisterten Lehrerin aller, die wie der Lieblingsjünger Johannes nahe am eucharistischen Herzen Jesu ruhen möchten. In ihren oft spontan gehaltenen Betrachtungen umriss sie in wenigen Worten die Facetten des Mysteriums der Liebe Gottes. Dazu gehören folgende Auszüge aus Mutter Juliennes Ansprache, in der sie uns eine Fülle von tiefen Gedanken über das untrennbare Band schenkt, das den Leib Christi (die Eucharistie) mit dem Wort Gottes (dem Evangelium) verbindet:
Evangelium und Eucharistie
Zwei Tische sind uns bereitet: das Evangelium und die Eucharistie.
Das Evangelium: Christus in Seiner historischen Wirklichkeit.
Die Eucharistie: Christus in Seiner heutigen Wirklichkeit
Das Evangelium: Botschaft der Liebe.
Die Eucharistie: Testament der Liebe.
Das Evangelium: das heilige Buch.
Die Eucharistie: das heilige Zeichen.
Das Evangelium: lebendiges Beispiel.
Die Eucharistie: lebendiges Brot.
Das Evangelium: Wort des Lichtes unter dem Schleier des Wortes.
Die Eucharistie: Wort des Lebens unter dem Schleier des Brotes.
Das Evangelium: Es annehmen heißt, das Wort empfangen und sich ihm öffnen.
Die Eucharistie: Sie essen heißt, das Wort in sich aufnehmen und sich vom Wort aufnehmen lassen.
Das Evangelium: Nahrung unseres Geistes.
Die Eucharistie: Nahrung unseres Herzens.
Im Evangelium sehen wir Jesus. In der Eucharistie verkosten wir Jesus. Im Evangelium wirkt Er durch Sein Wort, in der Gestalt des Buchstabens. In der Eucharistie wirkt Er durch Seinen Leib, in der Gestalt des Brotes.
Im Evangelium muss man Ihn betrachten und auf Ihn hören, um zu tun, was Er getan hat. In der Eucharistie muss man Ihn essen und sich essen lassen, um zu dem zu werden, was Er ist. Das Evangelium gibt uns die Eucharistie, und die Eucharistie gibt uns das Evangelium. Beide sind ein und dieselbe Wirklichkeit: Jesus Christus, das Wort Gottes in Seiner Menschheit, die große Liebe, die ihr Leben hingibt. Um Ihn gut zu kennen und zu lieben, müssen wir von dem Wort und dem Brot essen.
(Aus: Mutter Julienne du Rosaire, Das eucharistische Herz Jesu)
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