Traditionell gilt der Monat März als der „Josefsmonat“, dessen Festtag die Kirche am 19. März feiert.
Die große hl. Kirchenlehrerin TERESA VON AVILA erwähnt den hl. Josef häufig. Sie trug maßgeblich dazu bei, sein Andenken in der Kirche zu fördern und scheint die Erste gewesen zu sein, die Kirchen zu seiner Ehre erbauen ließ.
Nachdem Teresa mit jungen Jahren in das Karmelkloster in Avila eingetreten war, erkrankte sie an einer schmerzlichen Krankheit, die sie an den Rand des Grabes brachte. Nach mehrtägiger Ohnmacht war Teresa völlig gelähmt und erbat die Feier hl. Messen im Anliegen ihrer Heilung. Mit innigem Gebet wandte sie sich vertrauensvoll an den hl. Pflegevater Jesu. In ihrer Biographie schreibt sie:
„Er ließ seine Macht und Güte hell aufstrahlen. Ihm sei gedankt! Ich fühlte meine Kraft zurückkehren; ich konnte aufstehen und gehen, ich war nicht mehr gelähmt. Seine Hilfe offenbarte sich auf ganz greifbare Weise (...) Um das Glück voll zu machen, erhörte er mich jederzeit und über
alle meine Erwartungen hinaus.“
Später schrieb Teresa: „Schon seit Jahren erbitte ich mir für das Fest des hl. Josef stets eine besondere Gnade, und immer bin ich erhört worden. Ist meine Bitte weniger gut und nicht ganz der Ehre Gottes gemäß, so weiß er in bewundernswerter Weise sie zum Besseren zu lenken und so noch vorteilhafter für mich zu machen.“
Teresa empfiehlt: „Wer einen Führer auf dem Weg zum inneren Gebet und innerlichen Leben braucht, soll den hl. Josef als Führer nehmen, und er wird in ganz kurzer Zeit zum Ziel kommen. Wer immer meinen Worten nicht glauben will, den bitte ich um der Liebe Gottes willen, einen Versuch zu machen; er wird dann erfahren, welch großen Nutzen es bringt, wenn man sich diesem glorreichen Patriarchen empfiehlt und ihn mit Andacht verehrt.“
Im Blick auf den hl. Josef und all das, was sie im Vertrauen auf seine Fürbitte bei Gott erlebte, schreibt Teresa schließlich: „Ich erinnere mich nicht, ihn bis zum heutigen Tag je um etwas gebeten zu haben, das er mir nicht gewährt hätte. Ja, es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat!“
Traditionell ist der Mittwoch der Tag, an dem besonders des hl. Josef gedacht wird. Er wartet nur darauf, dass wir ihn in unser Leben einladen und seine Fürsprache in Anspruch nehmen, zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen. Verehrt den hl. Josef!
(Aus: Isenegger/Holböck, Verehrt den hl. Josef)
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Samstag, 19. März 2016
Samstag, 6. September 2014
Nie müde, nie mutlos!
„Nie müde, nie mutlos! Die Geduld, sagt der Heiland zur hl. Katharina, lebt nur von Mühseligkeiten und ist die unzertrennliche Gefährtin der Liebe. Gott alle Ehre, meinen Schwestern alle Freude, und mir alle Arbeit! Wer durchhält und tut, was er kann, immer im Vertrauen auf Gott, dem gelingt alles.“
Sr. M. Bertilla
Mittwoch, 3. September 2014
Maria Bertilla - Helferin der Kranken
Im Jahr 1888 in Brendola nahe Venedig geboren, wuchs Anna Francesca Boscardin als ältestes Kind einer Bauernfamilie auf. Sie besuchte die Schule nur drei Jahre lang und arbeitete hart auf dem Feld. Von klein auf hatte sie eine Vorliebe für Gott und das Gebet, so dass sie – was damals eine große Ausnahme war – bereits mit acht Jahren zur hl. Kommunion zugelassen wurde. Doch ihr Leben war nicht einfach: Ihr Vater Angelo sagte später im Seligsprechungsprozess aus, er sei eifersüchtig, gewalttätig und oft betrunken gewesen. Darunter litt seine Familie sehr. Die kleine Anna, die keine herausragenden Talente zu besitzen schien, stieß trotz ihres friedlichen, ausgeglichenen Wesens sogar in ihrer Umgebung auf Ablehnung. Sie wurde das Ziel so mancher Spöttelei, man rief ihr nach, sie sei eine lahme Gans und dumm.
Mit 16 Jahren erfüllte sich für sie ein großer Traum, als die Dorotheenschwestern sie ins Noviziat aufnahmen. Zur Novizenmeisterin sagte Anna, die nun den Namen Sr. Maria Bertilla angenommen hatte: „Ich kann nichts. Ich bin ein armes Ding, eine Gans. Lehren Sie mich! Ich möchte eine Heilige werden!“
Im Kloster wirkte die Heilige zuerst in der Küche und in der Wäscherei, bis sie zur Krankenschwester ausgebildet wurde. Während des Ersten Weltkriegs zeigte sich die wahre Heiligkeit der einfachen Schwester, die sich sonst stets im Hintergrund hielt und nur durch ihre Frömmigkeit, unendliche Geduld und liebende Güte aufgefallen war. Sie betreute Kinder in der Isolierstation des Spitals, die an Diphterie litten, aber auch TB-Kranke, Kriegsverletzte und viele andere.
Nachdem bei ihr ein Tumor festgestellt worden war, starb sie im Alter von 34 Jahren nach einer Operation und heldenmütig ertragenem Leiden. Nur 42 Jahre später wurde sie von Papst Johannes XXIII. zur Ehre der Altäre erhoben. Auf die Fürbitte der hl. Maria Bertilla geschahen viele Heilungen.
Die, die nicht gehen konnten, nahm sie auf ihre Arme und trug sie in die Kirche, wobei sie immer wieder sagte: ,Habt keine Furcht, meine Lieben, wir sind bei Jesus.‘ (Die Kirche befand sich im Erdgeschoß, und dorthin trug sie die Kranken aus den oberen Stockwerken.) Nachts überquerte sie unter dem Feuer der Geschütze unerschrocken und voll Vertrauen den Hof. Die Splitter der Granaten schlugen ringsum ein. Wir sagten ihr immer wieder: Genug, Sr. Bertilla, passen Sie auf, dass wir nicht noch im Hof verbrennen! Sie antwortete, sie könne nicht ruhen, bevor sie nicht alle in Sicherheit gebracht habe. Ihre Liebe war heroisch!“
In ihrer freien Zeit versammelte Sr. Bertilla die Kinder um sich, die nicht das Bett zu hüten brauchten, und führte sie in die Kapelle des Hospitals. Dort hieß sie die Kinder entweder an der Kommunionbank oder auf der ersten Stufe des Altars niederknien und betete mit ihnen leichte und kurze Gebete. Die Allerkleinsten hob sie sogar in die Höhe, um ihnen das Türchen des Tabernakels zu zeigen, und belehrte sie, dass der Heiland darinnen sei, der uns so sehr liebt.
Ein Mädchen von acht Jahren brach beim Verlassen des Krankenhauses in bitteres Weinen aus. „Warum weinst du?“, fragten die Ärzte, „freust du dich nicht auf zu Hause?“ Das Kind antwortete: „Ich weine, weil ich die Schwester so lieb habe!“ Sie meinte Sr. Bertilla. Wie oft riefen die Kranken voll Erstaunen: „Diese Schwester verliert nie die Geduld!“ Professor Rubinati, der Chefarzt, sagte über sie: „Welche Ergebenheit bei Zurechtweisung! Nie ein Wort der Rechtfertigung, nie eine Widerrede! ... Sie war eine ideale Schwester, eine Krankenpflegerin ohnegleichen!“
„Gehorsam in allem, besonders in den kleinsten Dingen! Ich will mir immer vor Augen halten, dass eine Schwester ohne Gehorsam nichts anderes ist als eine Maske.“
„Ich will die Augen beherrschen, besonders in der Kirche. Ich will nur umherschauen, wenn es notwendig ist ... Wieviel Unheil stiftet die Phantasie an und hat sie schon angestiftet! Heute will ich immer entweder an Jesus denken oder an das, was mein Amt von mir verlangt.“
Im März 1925 wurde beim Landwirt Sebastian Fasan aus San Martino di Lupari ein bösartiger Tumor am Oberkiefer diagnostiziert. Bald darauf konnte Sebastian nicht mehr schlucken. Die Ärzte rechneten mit seinem Tod innerhalb einer Woche. Eine Krankenschwester gab ihm ein Bild der Sr. Bertilla, das er mit nach Hause nahm. Am selben Abend betete seine Familie mit den Nachbarn die ersten Gebete einer Novene zu Sr. Bertilla. Am Schluss der Gebete fühlte der Kranke ein Nervenzucken, und es schien ihm, als ob sich etwas entspanne. Er bat um Wasser und konnte es schlucken. Danach konnte er sogar Suppe zu sich nehmen. Er hatte keine Schmerzen mehr. Am folgenden Tag aß er mit seiner Familie ohne irgend eine Schwierigkeit: Er war geheilt.
Aus: P. Benedikt Stolz OSB, "Maria Bertilla"
Mit 16 Jahren erfüllte sich für sie ein großer Traum, als die Dorotheenschwestern sie ins Noviziat aufnahmen. Zur Novizenmeisterin sagte Anna, die nun den Namen Sr. Maria Bertilla angenommen hatte: „Ich kann nichts. Ich bin ein armes Ding, eine Gans. Lehren Sie mich! Ich möchte eine Heilige werden!“
Im Kloster wirkte die Heilige zuerst in der Küche und in der Wäscherei, bis sie zur Krankenschwester ausgebildet wurde. Während des Ersten Weltkriegs zeigte sich die wahre Heiligkeit der einfachen Schwester, die sich sonst stets im Hintergrund hielt und nur durch ihre Frömmigkeit, unendliche Geduld und liebende Güte aufgefallen war. Sie betreute Kinder in der Isolierstation des Spitals, die an Diphterie litten, aber auch TB-Kranke, Kriegsverletzte und viele andere.
Nachdem bei ihr ein Tumor festgestellt worden war, starb sie im Alter von 34 Jahren nach einer Operation und heldenmütig ertragenem Leiden. Nur 42 Jahre später wurde sie von Papst Johannes XXIII. zur Ehre der Altäre erhoben. Auf die Fürbitte der hl. Maria Bertilla geschahen viele Heilungen.
Zeugenberichte über Sr. M. Bertilla
Eine Mitschwester bezeugt: „Während der Kriegszeit war ich mit Sr. Bertilla in einem Lazarett mit 60 Kranken, die ansteckende Krankheiten hatten. Wir waren dort drei Schwestern in der Zeit, als Treviso geräumt werden musste, als die Flugzeuge, das Donnern der Kanonen und das Knattern der Maschinengewehre überall Schrecken verbreiteten und Kugeln Tag und Nacht durch die Fenster flogen. Was aber tat Sr. Bertilla beim ersten Alarmzeichen? Schweigend griff sie zum Rosenkranz und ging ganz bleich durch die Baracken, um die Kranken zu holen.Die, die nicht gehen konnten, nahm sie auf ihre Arme und trug sie in die Kirche, wobei sie immer wieder sagte: ,Habt keine Furcht, meine Lieben, wir sind bei Jesus.‘ (Die Kirche befand sich im Erdgeschoß, und dorthin trug sie die Kranken aus den oberen Stockwerken.) Nachts überquerte sie unter dem Feuer der Geschütze unerschrocken und voll Vertrauen den Hof. Die Splitter der Granaten schlugen ringsum ein. Wir sagten ihr immer wieder: Genug, Sr. Bertilla, passen Sie auf, dass wir nicht noch im Hof verbrennen! Sie antwortete, sie könne nicht ruhen, bevor sie nicht alle in Sicherheit gebracht habe. Ihre Liebe war heroisch!“
In ihrer freien Zeit versammelte Sr. Bertilla die Kinder um sich, die nicht das Bett zu hüten brauchten, und führte sie in die Kapelle des Hospitals. Dort hieß sie die Kinder entweder an der Kommunionbank oder auf der ersten Stufe des Altars niederknien und betete mit ihnen leichte und kurze Gebete. Die Allerkleinsten hob sie sogar in die Höhe, um ihnen das Türchen des Tabernakels zu zeigen, und belehrte sie, dass der Heiland darinnen sei, der uns so sehr liebt.
Ein Mädchen von acht Jahren brach beim Verlassen des Krankenhauses in bitteres Weinen aus. „Warum weinst du?“, fragten die Ärzte, „freust du dich nicht auf zu Hause?“ Das Kind antwortete: „Ich weine, weil ich die Schwester so lieb habe!“ Sie meinte Sr. Bertilla. Wie oft riefen die Kranken voll Erstaunen: „Diese Schwester verliert nie die Geduld!“ Professor Rubinati, der Chefarzt, sagte über sie: „Welche Ergebenheit bei Zurechtweisung! Nie ein Wort der Rechtfertigung, nie eine Widerrede! ... Sie war eine ideale Schwester, eine Krankenpflegerin ohnegleichen!“
Aus Sr. Maria Bertillas Tagebuch
„Alles für Jesus und seine Liebe; alles sei zur größeren Ehre Jesu!“„Gehorsam in allem, besonders in den kleinsten Dingen! Ich will mir immer vor Augen halten, dass eine Schwester ohne Gehorsam nichts anderes ist als eine Maske.“
„Ich will die Augen beherrschen, besonders in der Kirche. Ich will nur umherschauen, wenn es notwendig ist ... Wieviel Unheil stiftet die Phantasie an und hat sie schon angestiftet! Heute will ich immer entweder an Jesus denken oder an das, was mein Amt von mir verlangt.“
Heilung auf Fürsprache Sr. Bertillas
Der 15-jährige Ottogrino Grigolato stürzte im Mai 1923 vom Fahrrad und fiel ins Koma. Die Ärzte stellten später eine Gehirnentzündung fest. Nach vier Tagen waren der linke Arm und das linke Bein gelähmt. Kurz darauf wurden ihm die Sterbesakramente gespendet, denn die Ärzte hielten den Fall für verloren. Sie sagten, nur ein Wunder könne noch helfen. Die Krankenschwester riet den verzweifelten Eltern, die wenige Monate zuvor im Ruf der Heiligkeit verstorbene Sr. Maria Bertilla anzurufen. Man begann sofort mit einer Novene, um die Heilung zu erbitten. Am selben Abend trat eine Besserung ein, tags darauf war das Fieber verschwunden. Am dritten Tag der Novene verschwand die Lähmung, am sechsten Tag wurde der Junge von den Ärzten entlassen, da er völlig gesundet war.Im März 1925 wurde beim Landwirt Sebastian Fasan aus San Martino di Lupari ein bösartiger Tumor am Oberkiefer diagnostiziert. Bald darauf konnte Sebastian nicht mehr schlucken. Die Ärzte rechneten mit seinem Tod innerhalb einer Woche. Eine Krankenschwester gab ihm ein Bild der Sr. Bertilla, das er mit nach Hause nahm. Am selben Abend betete seine Familie mit den Nachbarn die ersten Gebete einer Novene zu Sr. Bertilla. Am Schluss der Gebete fühlte der Kranke ein Nervenzucken, und es schien ihm, als ob sich etwas entspanne. Er bat um Wasser und konnte es schlucken. Danach konnte er sogar Suppe zu sich nehmen. Er hatte keine Schmerzen mehr. Am folgenden Tag aß er mit seiner Familie ohne irgend eine Schwierigkeit: Er war geheilt.
Aus: P. Benedikt Stolz OSB, "Maria Bertilla"
Samstag, 30. August 2014
Sich dem Willen Gottes anvertrauen
"Lebendiger Glaube ist, sich dem Willen Gottes anvertrauen; überzeugt sein, dass die Gnade, die Gott schenkt oder nicht, dass das, was geschieht, immer dass Bessere für uns ist."
Heiliger Josef von Copertino
Montag, 25. August 2014
Die vergessene Familie
„Die Familie ist das Vaterland des Herzens“, sagt ein geflügeltes Wort. Ohne Familie wird unser Herz über kurz oder lang an Heimweh erkranken. Das Heimweh der Herzen nach der Liebe einer Familie scheint heute zu einer Volkskrankheit geworden zu sein. Das Heer der Einsamen wächst, Alleinsein wird zur Epidemie. Selbst wer eine wundervolle Familie hat, ist nicht gefeit vor Zeiten der Einsamkeit. Denn auch die beste Familie kann nicht stets da sein, wenn wir sie brauchen. Trotzdem sind wir nie allein. In jedem Moment sind wir mit der „vergessenen Familie“ verbunden – mit unseren Eltern und Geschwistern in Christus, die uns in die Ewigkeit vorausgegangen sind. Obwohl sie zur „Gemeinschaft der Heiligen“ gehören, denken wir wenig an sie. In Christus aber bilden sie unsere Familie, die Kirche, zu der die auf Erden lebenden Christgläubigen genauso gehören wie die Verstorbenen, die noch in der Läuterung befindlich sind, sowie all jene, die sich bereits in der himmlischen Seligkeit befinden (vgl. KKK 962).
Die Gemeinschaft der Heiligen
Von der seligen Anna Katharina Emmerick († 1824) wissen wir, dass sie als kleines Mädchen oft den hl. Johannes der Täufer in Gestalt eines Kindes sah, der sie begleitete in ihrem Beten und Arbeiten. In neuerer Zeit leuchtet das Beispiel des nordvietnamesischen Bruders Marcel Van auf: Nach der Lektüre der Geschichte einer Seele, dem Tagebuch der hl. Theresia von Lisieux († 1897), bat er Gott um die Gnade, dass diese Heilige ihm auf seinem Lebensweg beistehe. Wie staunte Bruder Marcel, als die hl. Theresia kurz darauf selbst zu ihm zu sprechen begann! Wie eine leibliche Schwester stand sie ihm bei auf seinem Weg zur Heiligkeit, bis er mit nur 31 Jahren im Jahr 1959 in einem kommunistischen Arbeitslager starb (vgl. Bruder Marcel Van – Kurzbiographie).„Selig sind, die nicht sehen, aber doch glauben“ (Joh 20,29), sagte Jesus. Wir haben keine Visionen von den Heiligen, sind aber eingeladen, an die Gemeinschaft der Heiligen zu glauben, unseren Weg im Alltag „an der Hand der Heiligen“ zu gehen, sie kennenzulernen, ihre Biographie zu lesen. Ihr Vorbild kann und will uns Mut, Inspiration und Hilfe schenken auf unserem Weg.Warum bitten wir die Heiligen nicht häufiger um ihren Beistand? Sie kennen die Versuchungen und Prüfungen des Lebens und warten nur darauf, vor Gott fürbittend für uns einzutreten. Doch nicht nur in Notlagen sind die Heiligen verlässliche Begleiter. Man kann z.B. den Patron der Heimatpfarrei oder des Wohnorts bitten, uns auch im Alltag beizustehen und uns zu inspirieren, wie wir nach seinem Beispiel die Liebe zu Gott und den Mitmenschen leben können, auch wenn es oft nicht leicht ist. Wer sich um Angehörige sorgt, kann deren Namenspatrone um besonderen Schutz für sie bitten. Steht eine schwierige Begegnung bevor, dürfen wir die Namenspatrone beider Parteien einladen, betend „dabei zu sein.“
Wer Kranke pflegt, wird im hl. Bruder Konrad von Parzham eine Stütze finden, und wer Kinder betreut, dem sei der hl. Don Bosco ein Freund und Helfer. Ein Blick zu den Heiligen, die auch in schweren Zeiten Gott und die Menschen liebten, schenkt uns neuen Mut und vertreibt das Selbstmitleid sowie die Einsamkeit.
Erinnerung an die Entschlafenen
Zur „vergessenen Familie“ gehören heute vor allem unsere Verstorbenen: aus den Augen, aus dem Sinn ... Das gilt vor allem für die vor langer Zeit Verstorbenen. Der Katechismus (KKK 958) stellt fest: „Unser Gebet für die Verstorbenen kann nicht nur ihnen selbst helfen: wenn ihnen geholfen ist, kann auch ihre Fürbitte für uns wirksam werden.“ Die Mystikerin Mechthild Thaller-Schönwerth († 1919) bezeugt die Dankbarkeit der Seelen im Fegefeuer, für die sie Gebete und Werke der Sühne aufopferte. Nachdem ihnen dadurch geholfen worden war, wurde die Fürbitte dieser Armen Seelen wirklich „wirksam“: Mechthild bezeugt, dass diese Seelen ihr sogar ganz real bei schwerer Arbeit halfen, die sie allein kaum geschafft hätte. „Die geringste unserer Handlungen wirkt sich, wenn sie aus Liebe geschieht, zum Vorteil aller aus. Dies geschieht in der Solidarität mit allen lebenden und toten Menschen, die auf der Gemeinschaft der Heiligen gründet“ (KKK 953).Der Alltag bietet jedem von uns zahl reiche Gelegenheiten, diesen Vorteil zugunsten aller Lebenden und Verstorbenen praktisch umzusetzen. Vielleicht strapaziert jemand meine Geduld, dann kann ich z.B. den hl. Franz von Sales durch ein Stoßgebet um seine Sanftmut bitten. Gleichzeitig wird der Vorfall zu einem Gebet, wenn ich Gott bitte, den Seelen im Fegfeuer dadurch eine Gnade zu schenken. Auch alles Frohe können wir mit unserer „vergessenen Familie“ teilen und die Heiligen bitten, unsere Freude wie ein Geschenk vor Gott zu tragen und ihn zu bitten, dadurch einem Leidenden Gnade zu schenken.
„Wer glaubt, ist nie allein!“, sagte Papst Benedikt XVI. Wir sind eingeladen, unsere Bande der Freundschaft zu erneuern, die uns mit den Heiligen und mit den Verstorbenen verknüpfen. Wenn wir weltlich leben, bleibt das Leben flach und eindimensional, weil die Welt uns lehrt, vor allem an uns selbst zu denken. Die Gemeinschaft der Heiligen, zu der wir uns jeden Sonntag im Credo bekennen, macht unser Leben noch reicher, tiefer und dreidimensional, dreifaltig. Deshalb sagt Paulus (Eph 3,17ff): „In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt.“
Beatrix Zureich
Zuerst erschienen in "Maria - das Zeichen der Zeit" (MZZ) Nr. 163
Samstag, 23. August 2014
Glauben
Die Menschen, die glauben,
sind wie große Bäume, die eine Wurzel im Erdreich haben. Wer nicht glaubt, ist
wie ein Baum ohne Wurzel oder eine schwache Pflanze – sie wird beim kleinsten
Windhauch weggetragen.
Heiliger Josef von Copertino
Freitag, 22. August 2014
Maria Magdalena
Aus den Erlebnissen mit Resl von Konnersreuth
Rund 30 Jahre lang war Anni Spiegl eine Freundin der Familie Neumann und besonders der stigmatisierten Resl († 1962). Ein Jahr nach dem frühen Tod der Mystikerin veröffentlichte sie ihre Erinnerungen, in denen sie die gemeinsamen Unternehmungen, den Widerstand gegen die Nazis, die Wohltätigkeit der Familie Neumann gegenüber Armen und Verfolgten sowie viele Visionen und übernatürliche Erlebnisse Resls beschreibt. Am 13. Februar 2005 leitete der damalige Regensburger Bischof Gerhard L. Müller ihren Seligsprechungsprozess ein. Im Folgenden zitieren wir aus Anni Spiegls Aufzeichnungen:Die hl. Maria Magdalena
Resl hegte eine besondere Liebe zur hl. Maria Magdalena. Sie muss sehr schön gewesen sein. Resl begegnete ihr in mehreren Visionen. Nach Resls Erzählung ist sie die Schwester von Martha und Lazarus. Sie ließ sich ihr Erbteil auszahlen und nahm Wohnung auf ihrem Gut Magdala, wo sie ein sehr leichtes Leben führte. Magdalena war schön gekleidet und geschmückt. Die Fußkettchen klirrten leise beim Gehen. Bei ihrer ersten Begegnung mit Jesus wollte sie nur den schönen, interessanten Mann sehen, von dem die ganze Stadt sprach. Bei Magdalena war es keine plötzliche Bekehrung wie bei Paulus. Bei ihr war es Liebe, die erst geläutert werden musste.Magdalena merkte bald, dass Jesus anders war als die anderen, sie suchte seine Nähe. Ihre Bekehrung war endgültig, als er im Haus des Simon zu ihr sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben, geh hin in Frieden!“ Nun gab es für sie keine Furcht und kein Zurück mehr.
Resl sah Magdalena unter dem Kreuz, von Blut benetzt, und am Ostermorgen als Erste zum Grab eilen. Sie ist gelaufen. Ihr schönes, volles Haar fiel ihr ins Gesicht, so dass sie es immer wieder hinausstrich. Auch Resl machte die gleiche Bewegung mit (als sie die Vision schaute). Maria kam als Erste zum Grab, während die anderen Frauen in einiger Entfernung stehenblieben. Sie fand das Grab leer und lief suchend durch den Garten. Da sah sie einen Mann vor sich, den sie für den Gärtner hielt. Ihn fragte sie: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Dann die Antwort: „Myriam!“ Da erkannte auch Resl den Heiland. Ihr Gesicht strahlte (...)
Aus: Anni Spiegl, Leben und Sterben der Therese Neumann von Konnersreuth
Dienstag, 19. August 2014
Vertrauen
„Um Gnaden von Jesus zu erlangen, genügt es, lebendigen Glauben und Vertrauen zu haben, ohne sich vielerlei Sorgen zu machen.“
Sr. M. Bertilla
Sr. M. Bertilla
Sonntag, 17. August 2014
Die Göttliche Liebe
Wer in sich das Feuer der
göttlichen Liebe wünscht, muss den Rauch der Dinge der Welt bei sich vertreiben.
Heiliger Josef von Copertino
Mittwoch, 13. August 2014
Der fliegende Heilige
Zu den faszinierendsten Heiligen gehört der Franziskanerpater Josef Maria von Copertino (1603 - 1663) aus der Provinz Apulien in Süditalien. In einem Stall geboren, erlebte er schon in jungen Jahren Armut, Krankheit und Ablehnung. Der Schüler aber konnte auch in tiefes Staunen versinken – beim Klang der Orgel, bei der Erwähnung des Namens Jesus ... Fasziniert vom Leben des hl. Franziskus wollte er diesem nachfolgen. Doch sein Weg ins Kloster war dornig, mehrfach wurde er „wegen Unfähigkeit“ abgewiesen, bis er endlich Franziskanerminorit werden durfte. Er schien zwei linke Hände zu haben, tat sich schwer beim Lernen und schien oft geistesabwesend zu sein. Mit äußerster Mühe, durch viel Gebet und die Hilfe der Mutter Gottes schaffte er das Priesterstudium schließlich doch.
Bald merkten die Menschen nun, wie hoch er, der „Unfähige“, begnadet war: Unzählige Male schwebte er verzückt in der Luft, er hatte Visionen über die Zukunft, besaß die Gabe der Heilung und der Herzensschau. Seine charismatischen Gaben waren dermaßen spektakulär, dass viele ihn aufsuchten, einfaches Volk wie Gelehrte und Adlige. Doch der Heilige litt auch unter Verdächtigungen und Unverständnis und wurde, um dem Ansturm der Massen zu begegnen, von Kloster zu Kloster geschickt und immer mehr vor der Öffentlichkeit abgeschottet. Noch heute erfährt der hl. Josef von Copertino vor allem in seiner Heimat eine große Verehrung. Eine Kurzbiographie mit Novene und Gebeten, aus der die folgende Leseprobe stammt, möchte ihn auch hierzulande bekanntmachen.
Nach monatelangem Fieber stirbt Josef Maria von Copertino am 18. September 1663 in Osimo im Kreis seiner Mitbrüder. Ein sanftes Lächeln umspielt seine Lippen. Plötzlich wird sein Haupt von einem hellen Licht umstrahlt. Friedlich und entspannt ruht sein Leib, wie im Schlaf, ohne eine Spur des Leidens oder eines Todeskampfes. Pater Josef hat seine Seele dem Schöpfer zurückgegeben.
Aus: Gottfried Egger, Heiliger Josef von Copertino – Patron der Studenten
Bald merkten die Menschen nun, wie hoch er, der „Unfähige“, begnadet war: Unzählige Male schwebte er verzückt in der Luft, er hatte Visionen über die Zukunft, besaß die Gabe der Heilung und der Herzensschau. Seine charismatischen Gaben waren dermaßen spektakulär, dass viele ihn aufsuchten, einfaches Volk wie Gelehrte und Adlige. Doch der Heilige litt auch unter Verdächtigungen und Unverständnis und wurde, um dem Ansturm der Massen zu begegnen, von Kloster zu Kloster geschickt und immer mehr vor der Öffentlichkeit abgeschottet. Noch heute erfährt der hl. Josef von Copertino vor allem in seiner Heimat eine große Verehrung. Eine Kurzbiographie mit Novene und Gebeten, aus der die folgende Leseprobe stammt, möchte ihn auch hierzulande bekanntmachen.
Die letzten Jahre
Auf Bitten seiner Mitbrüder wird Pater Josef im Jahr 1657 in dem Kloster der Franziskaner-Konventualen in Osimo aufgenommen, das in der Mark Ancona liegt. Bereits bei seiner Ankunft sieht er über der Basilika von Loreto die Engel auf- und niedersteigen. Bei diesem Anblick gerät er in Ekstase und fliegt hinauf zum Giebel einer Scheune – zum heillosen Entsetzen der mitreisenden Brüder. Obwohl er auch dort ein Gefangener seiner Zelle ist, weiß er dennoch um die Gebetsanliegen, die an die Gemeinschaft herangetragen werden, um sich den Beistand des berühmten Heiligen und Wundertäters zu sichern. Br. Josef versöhnt Zerstrittene, heilt Kranke, spricht Prophezeiungen aus, hebt immer wieder in Verzückung ab, tanzt mit einer Nachbildung des Jesuskindes in seinen Armen und singt dabei vor Glück. Er hört nicht auf, für die Anliegen seiner Mitmenschen zu beten und zu opfern.Nach monatelangem Fieber stirbt Josef Maria von Copertino am 18. September 1663 in Osimo im Kreis seiner Mitbrüder. Ein sanftes Lächeln umspielt seine Lippen. Plötzlich wird sein Haupt von einem hellen Licht umstrahlt. Friedlich und entspannt ruht sein Leib, wie im Schlaf, ohne eine Spur des Leidens oder eines Todeskampfes. Pater Josef hat seine Seele dem Schöpfer zurückgegeben.
Die Verehrung des Heiligen
Schon bald kommt es am Grab von Pater Josef in der Klosterkirche von Osimo zu auffälligen Gebetserhörungen und Wundern. Das einfache Volk verehrt den, der im Ruf der Heiligkeit starb, als einen mächtigen Fürsprecher. Auch die Kirche bestätigt sein heiligmäßiges Leben: Im Jahr 1753 wird Josef Maria von Copertino von Papst Clemens XIII. selig- und vierzehn Jahre später heiliggesprochen. Besonders in seiner süditalienischen Heimat erfreut sich der „fliegende Heilige“ bis heute großer Popularität. Er ist ein Patron der Schüler und Studenten, die ihn bei Prüfungen um Hilfe anrufen. Auch die Piloten, vor allem der (argentinischen) Luftwaffe, wenden sich an ihn als ihren Schutzpatron. Im Jahr 1963 wird er schließlich zum Schutzpatron der Weltraumfahrer ernannt. Josef von Copertino gilt als einer der bemerkenswertesten Heiligen der christlichen Mystik, doch auch zu den am wenigsten verstandenen. Er wollte nur das Eine: den Willen Gottes erfüllen. Ja, er war geradezu verrückt nach Gott. Diese Verrücktheit erfasste nicht nur seine Seele, sondern auch den ganzen Leib, der buchstäblich hinaufgezogen wurde zu Gott. Unzählige Gläubige aller Stände suchten ihn auf. Aufgrund seiner Gabe der Herzensschau wurde er vor allem von dem einfachen Volk verehrt, das seine Nähe suchte und seinen Rat annahm. Seine von Gott eingegossene Wissenschaft setzte selbst gelehrte Theologen immer wieder ins Staunen. Die Zeit seiner Isolation nutzte P. Josef zu Gebet, Gesang und Dichtung. So ist von ihm eine umfangreiche geistliche Spruchsammlung erhalten.Aus: Gottfried Egger, Heiliger Josef von Copertino – Patron der Studenten
Montag, 11. August 2014
Heiliger Josef von Copertino - Patron der Studenten
Aktuell ist ein neues Büchlein im Miriam-Verlag erschienen, in dem Pater Gottfried Egger aus dem Leben des Heiligen Josef von Copertino erzählt.
Der aus dem süditalienischen Apulien stammende Franziskaner führte ein sehr bewegtes Leben. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine außergewöhnlichen Charismen: er besaß die Gabe der Herzensschau, der Prophetie, der Heilung und der Levitation (Schweben). Letzteres brachte ihm den Namen "Heiliger der Flüge" ein. Der vor allem in Italien sehr verehrte Josef von Copertino ist der Patron der Schüler und Studenten und wird auch in schweren Anliegen um Fürbitte angerufen.Zu beziehen beim Miriam-Verlag
48 Seiten, geheftet / Artikelnummer: 1404 / ISBN 978-3874494045 / Preis: € 2.00
Dienstag, 8. Juli 2014
1873: Ein Josefswunder in Santa Fé
Welch außerordentliche Früchte das Gebet um die Fürbitte des hl. Josef haben kann, zeigt ein Ereignis aus dem Jahr 1873 in Santa Fé, USA. Schwester M. Florian berichtet.
Unsere Schwestern hatten beschlossen, von mexikanischen Zimmerleuten eine Kapelle nach dem Muster der „Sainte Chapelle“ in Paris bauen zu lassen. Nach den Plänen des Architekten P. Mouly wurde das Gebäude in fünf Jahren errichtet. Die Kapelle war 22,5m lang, 7,5m breit und 25,5m hoch. Als der Bau fast fertig war, bemerkte man mit Erschrecken einen Konstruktionsfehler. Die Kapelle war sehr schön geworden, ebenso auch die Empore an der Rückwand. Doch es gab keinen Weg, um von unten nach oben zu kommen, man hatte den Treppenaufgang vergessen! Verschiedene Fachleute wurden zu Rate gezogen, und von allen kam dieselbe Antwort: „Nichts zu machen! Für eine Treppe reicht der Platz nicht aus. Es gibt nur eine Lösung: entweder eine Leiter benützen oder die ganze Empore neu bauen.“
Man kann sich die Entäuschung und Ratlosigkeit der Schwestern vorstellen. Doch als Frauen mit starkem Glauben beschlossen sie, vorerst nichts zu unternehmen, sondern statt dessen eine Novene zum hl. Josef zu beten und die Hilfe der göttlichen Vorsehung abzuwarten.
Am letzten Tag der Novene klopfte ein Mann mit grauem Haar und einem Esel, der mit einer Werkzeugkiste beladen war, an die Tür und wünschte mit Schwester Magdalena, der damaligen Oberin, zu sprechen. Er wollte sich gern beim Bau der besagten Treppe nützlich machen, worüber die Mutter Oberin geradezu entzückt war. Nach dem Zeugnis mehrerer Schwestern, die ständig beim Bau zugegen waren, benutzte der geheimnisvolle Handwerker für seine Arbeit nur eine Säge, ein Winkelmaß und einen Hammer. Anstelle von Nägeln verwendete er hölzerne Nieten. Sie entsannen sich, auch einige Bottiche gesehen zu haben, in welchen Holzstücke in Wasser eingeweicht lagen.
Als Mutter Magdalena den unbekannten Baumeister nach erfolgreicher Arbeit entlohnen wollte, war dieser nicht mehr aufzufinden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, und im Bauholzlager vor Ort gab es nicht einmal einen Kaufbeleg für das verwendete Holz.
Die Treppe ist eine Konstruktion mit 36 Stufen in zwei Spiralen von genau 360 Grad, ohne jegliche Zentralstütze. Sie läuft von der Empore nach unten auf den Fußboden, und wird nur von diesen gestützt. Man spürt beim Begehen der Treppen eine gewisse Elastizität, was sich in einer leichten vertikalen Schwingung äußert, wie etwa bei einer großen Sprungfeder. Viele Architekten und Konstrukteure aus dem Ausland haben im Laufe der Jahre dieses Meisterwerk der Baukunst besichtigt und untersucht. Sie alle sind erstaunt, dass diese Treppe nicht in sich zusammengestürzt ist. Doch sie steht nach über 100 Jahren täglicher Benutzung immer noch. Das Holz weist eine große Härte auf und stammt mit Sicherheit nicht aus New Mexiko. Seine Herkunft konnte bis heute noch nicht abschließend geklärt werden.
Ist der hl. Josef selbst der Baumeister? Die Schwestern sind davon überzeugt, dass diese Treppe die Antwort auf ihr vertrauensvolles Bitten zum glorreichen Bräutigam der Gottesmutter war. –
Dieser Bericht will uns ermutigen, den hl. Josef in allen Nöten vertrauensvoll anzurufen. Dies empfiehlt auch die Kirchenlehrerin Teresa von Avila (†1582). Wenn auch Sie eine Novene zum hl. Josef beten wollen, finden Sie eine große Auswahl an Gebeten im Buch „Verehrt den hl. Josef“.
Unsere Schwestern hatten beschlossen, von mexikanischen Zimmerleuten eine Kapelle nach dem Muster der „Sainte Chapelle“ in Paris bauen zu lassen. Nach den Plänen des Architekten P. Mouly wurde das Gebäude in fünf Jahren errichtet. Die Kapelle war 22,5m lang, 7,5m breit und 25,5m hoch. Als der Bau fast fertig war, bemerkte man mit Erschrecken einen Konstruktionsfehler. Die Kapelle war sehr schön geworden, ebenso auch die Empore an der Rückwand. Doch es gab keinen Weg, um von unten nach oben zu kommen, man hatte den Treppenaufgang vergessen! Verschiedene Fachleute wurden zu Rate gezogen, und von allen kam dieselbe Antwort: „Nichts zu machen! Für eine Treppe reicht der Platz nicht aus. Es gibt nur eine Lösung: entweder eine Leiter benützen oder die ganze Empore neu bauen.“
Man kann sich die Entäuschung und Ratlosigkeit der Schwestern vorstellen. Doch als Frauen mit starkem Glauben beschlossen sie, vorerst nichts zu unternehmen, sondern statt dessen eine Novene zum hl. Josef zu beten und die Hilfe der göttlichen Vorsehung abzuwarten.
Am letzten Tag der Novene klopfte ein Mann mit grauem Haar und einem Esel, der mit einer Werkzeugkiste beladen war, an die Tür und wünschte mit Schwester Magdalena, der damaligen Oberin, zu sprechen. Er wollte sich gern beim Bau der besagten Treppe nützlich machen, worüber die Mutter Oberin geradezu entzückt war. Nach dem Zeugnis mehrerer Schwestern, die ständig beim Bau zugegen waren, benutzte der geheimnisvolle Handwerker für seine Arbeit nur eine Säge, ein Winkelmaß und einen Hammer. Anstelle von Nägeln verwendete er hölzerne Nieten. Sie entsannen sich, auch einige Bottiche gesehen zu haben, in welchen Holzstücke in Wasser eingeweicht lagen.
Als Mutter Magdalena den unbekannten Baumeister nach erfolgreicher Arbeit entlohnen wollte, war dieser nicht mehr aufzufinden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, und im Bauholzlager vor Ort gab es nicht einmal einen Kaufbeleg für das verwendete Holz.
Die Treppe ist eine Konstruktion mit 36 Stufen in zwei Spiralen von genau 360 Grad, ohne jegliche Zentralstütze. Sie läuft von der Empore nach unten auf den Fußboden, und wird nur von diesen gestützt. Man spürt beim Begehen der Treppen eine gewisse Elastizität, was sich in einer leichten vertikalen Schwingung äußert, wie etwa bei einer großen Sprungfeder. Viele Architekten und Konstrukteure aus dem Ausland haben im Laufe der Jahre dieses Meisterwerk der Baukunst besichtigt und untersucht. Sie alle sind erstaunt, dass diese Treppe nicht in sich zusammengestürzt ist. Doch sie steht nach über 100 Jahren täglicher Benutzung immer noch. Das Holz weist eine große Härte auf und stammt mit Sicherheit nicht aus New Mexiko. Seine Herkunft konnte bis heute noch nicht abschließend geklärt werden.
Ist der hl. Josef selbst der Baumeister? Die Schwestern sind davon überzeugt, dass diese Treppe die Antwort auf ihr vertrauensvolles Bitten zum glorreichen Bräutigam der Gottesmutter war. –
Dieser Bericht will uns ermutigen, den hl. Josef in allen Nöten vertrauensvoll anzurufen. Dies empfiehlt auch die Kirchenlehrerin Teresa von Avila (†1582). Wenn auch Sie eine Novene zum hl. Josef beten wollen, finden Sie eine große Auswahl an Gebeten im Buch „Verehrt den hl. Josef“.
Donnerstag, 26. Juni 2014
26.Juni - Gedenktag des heiligen Josemaria Escrivá
"Der katholische Glaube sei veraltet und deshalb nicht mehr annehmbar...
Noch älter ist die Sonne, und sie hat nicht verloren an Licht; noch
urtümlicher ist das Wasser, und es stillt nach wie vor den Durst und
erfrischt."
Josemaria Escrivá de Balaguer y Albás
(1902 - 1975, Gründer des Opus Dei)
Josemaria Escrivá de Balaguer y Albás
(1902 - 1975, Gründer des Opus Dei)
Dienstag, 10. Juni 2014
Die kleine Araberin
Ein Ausschnitt aus dem Buch "Mirjam - Die kleine Araberin" von Sr. Emmanuel Maillard
Welche Freude, Mirjam von Betlehem zu kennen und sie bekannt zu machen! Für gewöhnlich die kleine Araberin genannt, mit dem Ordensnamen Schwester Maria von Jesus dem Gekreuzigten wurde sie am 13. November 1983 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Ihr Leben war ein wahres Epos, eine Geschichte des Sieges vom Licht über die Dunkelheit, vom Licht des Heiligen Geistes über die Übel in dieser Welt. Ein wunderbares helles Licht, wie wir es heute so dringend brauchen.
Mirjam war jung, einfallsreich und originell. Sie ging auf völlig unkonventionellen Wegen, was besonders erstaunlich ist, da sie nie lesen und schreiben gelernt hatte. Sie ist eine Abenteurerin erster Klasse, aber auch eine gute Freundin. Und trotzdem führte sie ein Jahrhundert lang ein Schattendasein. Es bedurfte unseres geliebten Johannes Paul II., um sie aus der Vergessenheit zu holen. Wenn die Kirche sie uns jetzt vor Augen führt, so ist dies vor allem ein Sieg im großen Kampf gegen die Finsternis, eines Kampfes gegen das Vergessen. Dies erinnert uns an Schwester Faustyna Kowalska, die im dritten Jahrtausend als erste Frau heiliggesprochen wurde. Auch sie war zunächst mit ihren Schriften unbeachtet geblieben, bevor Johannes Paul II. sie der ganzen Welt bekannt machte.
Wir müssen dem Leben und der Botschaft von Mirjam große Bedeutung beimessen. Denn nach diesem langen Schattendasein hat das, was jetzt augenfällig wieder zum Vorschein kommt, bereits viele gestärkt und erleuchtet, die um jeden Preis nach der Wahrheit suchen, besonders aber die Jugend. Wir können es als Vorsehung betrachten, dass Mirjam so lange unbekannt geblieben ist, denn dadurch wirkt ihre Botschaft heute um so stärker. Ich spreche hier von einem Sieg, weil Mirjam in ihrem Leben schwere Kämpfe bestehen musste. Vom Himmel erhielt sie wunderbare Gnaden, die sie darin stärkten. Oft musste sie sich mit Satan persönlich auseinandersetzen – in ihren Lehren klärt sie uns deshalb besonders über diesen geistigen Kampf auf.
Während meines Aufenthaltes in Israel erfuhr ich von dieser kleinen Schwester und war sogleich von dem Ausmaß des geistigen Kampfes ergriffen – ja betroffen. Ein Priester aus Betharam, Pater Jeangrand (†), hielt sich im Jahr 1977 ebenfalls in Nazaret auf. Er war Seelsorger im dortigen Karmeliterkloster und besaß ein tiefgehendes Wissen über Mirjam, die er auf rührende Weise verehrte. Wenn man Pater Jeangrand über Mirjam erzählen hörte, so meinte man, direkt mit dem Himmel verbunden zu sein! Mein Herz hüpfte vor Freude. Er lieh mir ein wunderbares Buch über Mirjam, das von ihrem geistlichen Vater, Pfarrer Estrate, geschrieben worden war. Da dieses Buch (auf Französisch) nur schwer zu finden ist, bat er mich: „Schwester Emmanuel, geben Sie gut auf dieses Buch acht. Behandeln Sie es wie Ihren Augapfel!“ Ich versprach ihm, ganz besonders gut darauf aufzupassen.
Auf dem Weg nach Hause hielt ich bei einem Lebensmittelgeschäft an, um etwas Brot für die Gemeinschaft einzukaufen. Als ich zum Auto zurückkam – war das Buch verschwunden!
Anhand dieser Episode können wir schon erraten, wie Mirjam in Zukunft ihre Siege über die Mächte der Finsternis erringen wird: durch ihre Unschuld und ihre Reinheit! Satan kann Unschuld nicht ausstehen. Aber Mirjam besaß diese erstklassige Waffe: Durch ihre Unschuld und ihre Demut, durch den Frieden ihrer Seele, die ganz in Gott versunken war, stellte sie sicher, dass der Böse keine Macht über sie hatte. Freilich wird er sich zeigen, er wird Mirjam von Anbeginn an bis zum Ende auf den Fersen sein, um sie anzugreifen und zu versuchen, sie zu Fall zu bringen. Aber dies wird nicht gelingen, weil Mirjam ihre Seele mit Gott vereint hat, in Unschuld und Reinheit.
Man kleidete sie nun in prächtige Kleider, man schenkte ihr Schmuck, frisierte ihre Haare auf elegante Weise – kurz und gut, man machte aus ihr eine strahlende Braut. Mirjam aber erinnerte sich, dass sie mit fünf Jahren ihr Leben dem Herrn geweiht und tief in ihrem Herzen beschlossen hatte, nie jemand anderem zu gehören als Jesus allein. Noch eine Woche bis zum Hochzeitstag, und Mirjam flehte die Jungfrau Maria an, ihr zu Hilfe zu eilen und diesem Heiratsplan ein Ende zu bereiten.
Sie redete mit ihrem Onkel, aber der Onkel blieb sehr bestimmt, er wich nicht von seiner Entscheidung ab. Für ihn war es unbedingt erforderlich, seine verwaiste Nichte zu verheirateten, sie wäre dann gut versorgt. Entsprechend der Mentalität der damaligen Zeit und dem patriarchalischen Gesellschaftssystem war das die einzige Zukunft, die er für sie planen konnte.
Aber die Mutter Gottes wachte über die zukünftige Braut ihres Sohnes. So flüsterte sie ihr in der Nacht eine kleine List ins Ohr, eine klassische List, die man auch im Leben der heiligen Katharina von Siena finden kann. Mirjam verstand sie sofort, und gleich am nächsten Morgen schnitt sie sich ihre schönen langen Haare ab. Denn es war undenkbar, dass ein Orientale eine Frau so ohne Haare heiratet! Das gab es nicht, es wäre eine Schande gewesen!
So brachte Mirjam ihrer Familie, den Gästen und ihrem versprochenen Bräutigam am Hochzeitsmorgen ihre Haare schön geschmückt auf einem Tablett dar. Die List hatte gut funktioniert. Doch ihr Onkel wurde vor Ärger gewalttätig: Er schlug sie, bis sie blutete. Mirjam wird fortan die Spuren dieser brutalen Schläge auf ihrem Körper zurückbehalten. Dann wurde sie aus der Familie verstoßen und fand sich wieder als Sklavin der Sklaven. Denn es traf sich, dass einige schwarze Dienerinnen dem Onkel zu Diensten standen. Nun, diese Dienerinnen bekamen den Auftrag, Mirjam nicht zu schonen und ihr die schwersten Arbeiten zu übertragen.
Für die nächsten drei Monate wird Mirjam diesem Regime von Verfolgungen und Demütigungen ausgesetzt. Gott allein weiß, was sie damals auszuhalten hatte! Aber anstatt zu rebellieren und sich über ihr Schicksal zu beklagen, nimmt Mirjam diese neue Bürde mit großer Freude auf sich, so sehr war sie mit dem Herrn und den himmlischen Mächten vertraut. Und obwohl ihr Leben nach außen hin äußerst hart erscheint, trägt Mirjam den Himmel in ihrem Herzen und bleibt voller Freude inmitten der gröbsten Arbeiten. Sie empfindet eine echte Glückseligkeit und nimmt ihr Schicksal an als eine Gnade. Denn diese harten Arbeiten und diese Prüfung, verstoßen worden zu sein, werden es ihr ermöglichen, ihre Zugehörigkeit zu Gott zu stärken.
Ausschnitt aus dem Buch "Mirjam - Die kleine Araberin" von Sr. Emmanuel Maillard
Welche Freude, Mirjam von Betlehem zu kennen und sie bekannt zu machen! Für gewöhnlich die kleine Araberin genannt, mit dem Ordensnamen Schwester Maria von Jesus dem Gekreuzigten wurde sie am 13. November 1983 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Ihr Leben war ein wahres Epos, eine Geschichte des Sieges vom Licht über die Dunkelheit, vom Licht des Heiligen Geistes über die Übel in dieser Welt. Ein wunderbares helles Licht, wie wir es heute so dringend brauchen.
Mirjam war jung, einfallsreich und originell. Sie ging auf völlig unkonventionellen Wegen, was besonders erstaunlich ist, da sie nie lesen und schreiben gelernt hatte. Sie ist eine Abenteurerin erster Klasse, aber auch eine gute Freundin. Und trotzdem führte sie ein Jahrhundert lang ein Schattendasein. Es bedurfte unseres geliebten Johannes Paul II., um sie aus der Vergessenheit zu holen. Wenn die Kirche sie uns jetzt vor Augen führt, so ist dies vor allem ein Sieg im großen Kampf gegen die Finsternis, eines Kampfes gegen das Vergessen. Dies erinnert uns an Schwester Faustyna Kowalska, die im dritten Jahrtausend als erste Frau heiliggesprochen wurde. Auch sie war zunächst mit ihren Schriften unbeachtet geblieben, bevor Johannes Paul II. sie der ganzen Welt bekannt machte.
Wir müssen dem Leben und der Botschaft von Mirjam große Bedeutung beimessen. Denn nach diesem langen Schattendasein hat das, was jetzt augenfällig wieder zum Vorschein kommt, bereits viele gestärkt und erleuchtet, die um jeden Preis nach der Wahrheit suchen, besonders aber die Jugend. Wir können es als Vorsehung betrachten, dass Mirjam so lange unbekannt geblieben ist, denn dadurch wirkt ihre Botschaft heute um so stärker. Ich spreche hier von einem Sieg, weil Mirjam in ihrem Leben schwere Kämpfe bestehen musste. Vom Himmel erhielt sie wunderbare Gnaden, die sie darin stärkten. Oft musste sie sich mit Satan persönlich auseinandersetzen – in ihren Lehren klärt sie uns deshalb besonders über diesen geistigen Kampf auf.
Eine kleine Anekdote
Während meines Aufenthaltes in Israel erfuhr ich von dieser kleinen Schwester und war sogleich von dem Ausmaß des geistigen Kampfes ergriffen – ja betroffen. Ein Priester aus Betharam, Pater Jeangrand (†), hielt sich im Jahr 1977 ebenfalls in Nazaret auf. Er war Seelsorger im dortigen Karmeliterkloster und besaß ein tiefgehendes Wissen über Mirjam, die er auf rührende Weise verehrte. Wenn man Pater Jeangrand über Mirjam erzählen hörte, so meinte man, direkt mit dem Himmel verbunden zu sein! Mein Herz hüpfte vor Freude. Er lieh mir ein wunderbares Buch über Mirjam, das von ihrem geistlichen Vater, Pfarrer Estrate, geschrieben worden war. Da dieses Buch (auf Französisch) nur schwer zu finden ist, bat er mich: „Schwester Emmanuel, geben Sie gut auf dieses Buch acht. Behandeln Sie es wie Ihren Augapfel!“ Ich versprach ihm, ganz besonders gut darauf aufzupassen. Auf dem Weg nach Hause hielt ich bei einem Lebensmittelgeschäft an, um etwas Brot für die Gemeinschaft einzukaufen. Als ich zum Auto zurückkam – war das Buch verschwunden!
Die Geschichte von der Schlange
Eines Tages saß Mirjam in der Küche und aß ihren Brei, ganz allein. Auf einmal kroch eine große Schlange langsam auf sie zu, schlängelte sich hinauf auf den Tisch und fing an, aus Mirjams Teller zu fressen. Beim Anblick der Schlange fiel Marjam keineswegs in Panik – höchstwahrscheinlich war sie sich der Gefahr gar nicht bewusst – sie packte sogar den Kopf der Schlange, um ihr zu helfen, tauchte ihn in den Teller und begann, gemeinsam mit der Schlange zu essen. Dann kam die Magd herein ... Sie stieß einen lauten Schrei aus und scheuchte, von panischer Angst ergriffen, die Schlange fort. Mirjam aber blieb äußerst ruhig.Anhand dieser Episode können wir schon erraten, wie Mirjam in Zukunft ihre Siege über die Mächte der Finsternis erringen wird: durch ihre Unschuld und ihre Reinheit! Satan kann Unschuld nicht ausstehen. Aber Mirjam besaß diese erstklassige Waffe: Durch ihre Unschuld und ihre Demut, durch den Frieden ihrer Seele, die ganz in Gott versunken war, stellte sie sicher, dass der Böse keine Macht über sie hatte. Freilich wird er sich zeigen, er wird Mirjam von Anbeginn an bis zum Ende auf den Fersen sein, um sie anzugreifen und zu versuchen, sie zu Fall zu bringen. Aber dies wird nicht gelingen, weil Mirjam ihre Seele mit Gott vereint hat, in Unschuld und Reinheit.
Mirjams Eheversprechen
Mirjam wuchs heran. Sie war etwa acht Jahre alt, als ihr Onkel Ibillin verließ, um sich mit seiner Familie und Mirjam in Alexandrien niederzulassen. Er war immer sehr nett zu Mirjam und behandelte sie wirklich wie ein Kind seiner Familie. Aber ohne ihr Wissen war Mirjam bereits mit einem Jungen verlobt worden. Solche von den Eltern arrangierte Eheversprechen waren wie in den meisten arabischen Familien der Gegend auch in dieser Familie etwas ganz Normales. Es war im Jahr 1858, als ihr Onkel und ihre Tante diesem kleinen zwölfjährigen Mädchen ankündigten, dass es schon bald einen Jungen, den der Onkel bereits vor mehreren Jahren für es ausgewählt hatte, heiraten sollte.Man kleidete sie nun in prächtige Kleider, man schenkte ihr Schmuck, frisierte ihre Haare auf elegante Weise – kurz und gut, man machte aus ihr eine strahlende Braut. Mirjam aber erinnerte sich, dass sie mit fünf Jahren ihr Leben dem Herrn geweiht und tief in ihrem Herzen beschlossen hatte, nie jemand anderem zu gehören als Jesus allein. Noch eine Woche bis zum Hochzeitstag, und Mirjam flehte die Jungfrau Maria an, ihr zu Hilfe zu eilen und diesem Heiratsplan ein Ende zu bereiten.
Sie redete mit ihrem Onkel, aber der Onkel blieb sehr bestimmt, er wich nicht von seiner Entscheidung ab. Für ihn war es unbedingt erforderlich, seine verwaiste Nichte zu verheirateten, sie wäre dann gut versorgt. Entsprechend der Mentalität der damaligen Zeit und dem patriarchalischen Gesellschaftssystem war das die einzige Zukunft, die er für sie planen konnte.
Aber die Mutter Gottes wachte über die zukünftige Braut ihres Sohnes. So flüsterte sie ihr in der Nacht eine kleine List ins Ohr, eine klassische List, die man auch im Leben der heiligen Katharina von Siena finden kann. Mirjam verstand sie sofort, und gleich am nächsten Morgen schnitt sie sich ihre schönen langen Haare ab. Denn es war undenkbar, dass ein Orientale eine Frau so ohne Haare heiratet! Das gab es nicht, es wäre eine Schande gewesen!
So brachte Mirjam ihrer Familie, den Gästen und ihrem versprochenen Bräutigam am Hochzeitsmorgen ihre Haare schön geschmückt auf einem Tablett dar. Die List hatte gut funktioniert. Doch ihr Onkel wurde vor Ärger gewalttätig: Er schlug sie, bis sie blutete. Mirjam wird fortan die Spuren dieser brutalen Schläge auf ihrem Körper zurückbehalten. Dann wurde sie aus der Familie verstoßen und fand sich wieder als Sklavin der Sklaven. Denn es traf sich, dass einige schwarze Dienerinnen dem Onkel zu Diensten standen. Nun, diese Dienerinnen bekamen den Auftrag, Mirjam nicht zu schonen und ihr die schwersten Arbeiten zu übertragen.
Für die nächsten drei Monate wird Mirjam diesem Regime von Verfolgungen und Demütigungen ausgesetzt. Gott allein weiß, was sie damals auszuhalten hatte! Aber anstatt zu rebellieren und sich über ihr Schicksal zu beklagen, nimmt Mirjam diese neue Bürde mit großer Freude auf sich, so sehr war sie mit dem Herrn und den himmlischen Mächten vertraut. Und obwohl ihr Leben nach außen hin äußerst hart erscheint, trägt Mirjam den Himmel in ihrem Herzen und bleibt voller Freude inmitten der gröbsten Arbeiten. Sie empfindet eine echte Glückseligkeit und nimmt ihr Schicksal an als eine Gnade. Denn diese harten Arbeiten und diese Prüfung, verstoßen worden zu sein, werden es ihr ermöglichen, ihre Zugehörigkeit zu Gott zu stärken.
Ausschnitt aus dem Buch "Mirjam - Die kleine Araberin" von Sr. Emmanuel Maillard
Montag, 26. Mai 2014
26. Mai - Heiliger Philipp Neri
Das beste Heilmittel gegen geistige Trockenheit besteht darin, uns wie Bettler in die Gegenwart Gottes und der Heiligen zu stellen. Und wie ein Bettler von einem Heiligen zum anderen zu gehen und um ein geistliches Almosen zu bitten, mit der selben Zudringlichkeit, wie ein Armer auf der Straße um Almosen bitten würde...
(Philipp Neri)
In diesem Sinne: Bitte für uns!
(Philipp Neri)
In diesem Sinne: Bitte für uns!
Donnerstag, 22. Mai 2014
Die selige Mirjam von Abellin
Mirjam wurde 1846 in Abellin, unweit von Nazaret in Galiläa, geboren. Das einfache Mädchen, das schon als Kind viele Wunder erlebte, starb mit 33 Jahren im Karmel von Betlehem, den sie gegründet hatte. Ihr Leben ist ein einziges Abenteuer, voll von unglaublichen Gnaden. Sr. Mirjam trug die Wundmale Jesu, hatte Visionen und Ekstasen, musste aber auch Angriffe des Teufels aushalten. Papst Johannes Paul II. bestimmte sie bei der Seligsprechung 1983 zur Friedenspatronin des Nahen Ostens.
Der folgende Text ist ein Auszug aus dem neuen Buch "Mirjam, die kleine Araberin" von Sr. Emmanuel:
Sie gibt in einer Ekstase eine ganz klare Unterweisung über das „Ich“, das berühmt-berüchtigte „Ego“, von dem man sagt, dass es erst fünf Minuten nach uns stirbt: „Das Ich verdirbt die Welt. Die
das Ich besitzen, tragen Traurigkeit und Beklemmung in sich. Man kann nicht das Ich und Gott zusammen im Herzen tragen. Wenn man das Ich hat, dann hat man nicht Gott; wenn man aber Gott hat, dann hat man nicht das Ich. Ihr habt nicht zwei Herzen, ihr habt nur eins. Alles gelingt demjenigen, der das Ich nicht hat. Alles stellt ihn zufrieden. Wo das Ich ist, gibt es keine Demut, keine Sanftmut und keine Tugend. Man betet, man fleht, aber das Gebet steigt nicht zum Himmel, erreicht Gott nicht. Wer das Ich nicht hat, hat alle Tugenden und den Frieden und die Freude.“ Diese Betrachtungen sind Worte der Weisheit! (...)
Am 28. Februar 1873 fragte Mirjam erschöpft den Herrn: „Was tun, mein Gott? Ich habe alle Mittel angewendet, ich habe alle, selbst die stärksten Waffen gebraucht, um den Teufel zu verjagen, und ich habe nichts erreicht.“ – „Du hast noch nicht alle Waffen eingesetzt“, erwiderte Jesus, „du musst dich noch einer kleinen Axt bedienen, die du nicht beachtet hast. Berühre Satan mit dieser Axt an der Stirn, und er wird fallen.“ Die Schwester sah die Axt, ergriff sie und ging auf ihren Feind los. Kaum hatte sie dessen Stirn mit der kleinen Waffe berührt, da fiel er wie tot zu Boden. „Herr“, rief sie aus, „was ist das für eine kleine Axt, dass ihre Kraft so groß ist?“ – „Das ist die Axt der Demut“, antwortete der Herr. Mirjam hörte seitdem nicht auf, die Kraft dieser kleinen Axt zu preisen. Sie sagte: „Der Stolz, alles bringt ihn außer sich, alles langweilt ihn, alles ärgert ihn, alles erniedrigt ihn. Der Stolz, alles empört ihn, alles betrübt ihn. Er hat Angst in dieser Welt und in der nächsten. Die Demut dagegen schenkt uns Freude in dieser Welt und in der nächsten.“
Die Gottesmutter gab Mirjam einmal den Rat: „Sei immer zufrieden!“ Im geistigen Kampf versuchte der Böse alles, um sie dazu zu bringen, sich zu beklagen, sich gegen ihre Leiden, gegen ihr Schicksal und sogar gegen den Willen Gottes aufzulehnen. Mirjam aber ließ sich nicht ablenken, sie blieb immer zufrieden, denn ihr Blick haftete auf Gott.
Aus: Sr. Emmanuel: "Mirjam, die kleine Araberin", erschienen im Miriam-Verlag
Der folgende Text ist ein Auszug aus dem neuen Buch "Mirjam, die kleine Araberin" von Sr. Emmanuel:
Die Demut ist glücklich über alles
Mirjams Denken war vollkommen auf Gott hin ausgerichtet und ganz mit Seiner Ehre beschäftigt. Nichts an ihr ähnelte einer Selbstbezogenheit, ganz im Gegenteil! Sie betrachtete sich als die Geringste der Schwestern, als die Schlimmste der Sünderinnen, und sie war der Ansicht, dass ihre Mitschwestern sie aus großer Barmherzigkeit in ihr Kloster aufgenommen hatten. Es gab keinen Hauch von Selbstgefälligkeit an ihr.Sie gibt in einer Ekstase eine ganz klare Unterweisung über das „Ich“, das berühmt-berüchtigte „Ego“, von dem man sagt, dass es erst fünf Minuten nach uns stirbt: „Das Ich verdirbt die Welt. Die
das Ich besitzen, tragen Traurigkeit und Beklemmung in sich. Man kann nicht das Ich und Gott zusammen im Herzen tragen. Wenn man das Ich hat, dann hat man nicht Gott; wenn man aber Gott hat, dann hat man nicht das Ich. Ihr habt nicht zwei Herzen, ihr habt nur eins. Alles gelingt demjenigen, der das Ich nicht hat. Alles stellt ihn zufrieden. Wo das Ich ist, gibt es keine Demut, keine Sanftmut und keine Tugend. Man betet, man fleht, aber das Gebet steigt nicht zum Himmel, erreicht Gott nicht. Wer das Ich nicht hat, hat alle Tugenden und den Frieden und die Freude.“ Diese Betrachtungen sind Worte der Weisheit! (...)
Am 28. Februar 1873 fragte Mirjam erschöpft den Herrn: „Was tun, mein Gott? Ich habe alle Mittel angewendet, ich habe alle, selbst die stärksten Waffen gebraucht, um den Teufel zu verjagen, und ich habe nichts erreicht.“ – „Du hast noch nicht alle Waffen eingesetzt“, erwiderte Jesus, „du musst dich noch einer kleinen Axt bedienen, die du nicht beachtet hast. Berühre Satan mit dieser Axt an der Stirn, und er wird fallen.“ Die Schwester sah die Axt, ergriff sie und ging auf ihren Feind los. Kaum hatte sie dessen Stirn mit der kleinen Waffe berührt, da fiel er wie tot zu Boden. „Herr“, rief sie aus, „was ist das für eine kleine Axt, dass ihre Kraft so groß ist?“ – „Das ist die Axt der Demut“, antwortete der Herr. Mirjam hörte seitdem nicht auf, die Kraft dieser kleinen Axt zu preisen. Sie sagte: „Der Stolz, alles bringt ihn außer sich, alles langweilt ihn, alles ärgert ihn, alles erniedrigt ihn. Der Stolz, alles empört ihn, alles betrübt ihn. Er hat Angst in dieser Welt und in der nächsten. Die Demut dagegen schenkt uns Freude in dieser Welt und in der nächsten.“
Die Gottesmutter gab Mirjam einmal den Rat: „Sei immer zufrieden!“ Im geistigen Kampf versuchte der Böse alles, um sie dazu zu bringen, sich zu beklagen, sich gegen ihre Leiden, gegen ihr Schicksal und sogar gegen den Willen Gottes aufzulehnen. Mirjam aber ließ sich nicht ablenken, sie blieb immer zufrieden, denn ihr Blick haftete auf Gott.
Aus: Sr. Emmanuel: "Mirjam, die kleine Araberin", erschienen im Miriam-Verlag
Mittwoch, 21. Mai 2014
Der Wille Gottes
Schon der große Kirchenlehrer Thomas von Aquin († 1274) versuchte, das Geheimnis des göttlichen Willens zu beschreiben. Er stellt klar, dass Gottes Wille nie Willkür ist: „In Gott ist Macht und Wesenheit und Wille und Verstand und Weisheit und Gerechtigkeit dasselbe. Daher kann nichts in Gottes Macht stehen, was nicht auch in seinem gerechten Willen und in seinem weisen Verstand sein kann“ (Summa Theologica 1,25,5 ad 1).
Trotzdem tun wir Menschen uns oft schwer, Gottes Willen zu verstehen und anzunehmen. Der hl. Alfons Maria von Liguori († 1787), ein beliebter Seelenführer seiner Zeit und 1871 zum Kirchenlehrer erhoben, gibt praktische Ratschläge, wie man den eigenen Willen mit Gottes Willen vereinen kann. Liguori, der nach 13 Jahren segensreichen Wirkens die letzten 12 Jahre seines Lebens als Kranker verbrachte, beschreibt die Situation der Leidenden wie folgt:
Der sel. Johannes von Avila schrieb einem kranken Priester: „Mein Freund, macht euch nicht damit müde, euch vorzustellen, was Ihr tun würdet, wenn Ihr gesund wärt! Begnügt euch damit, krank zu sein, solange es Gott gefallen wird. Wenn Ihr den Willen Gottes sucht, dann ist die Gesundheit für Euch nicht von größerem Interesse als die Krankheit.“
Man kann es nicht besser sagen, denn Gott zieht Seinen Ruhm nicht aus unseren Werken, sondern aus der Ergebung und Gleichförmigkeit mit Seinem göttlichen Willen. Daher ist auch das Wort des hl. Franz von Sales verständlich: „… dass man Gott mehr und heiliger dient im Leiden als im Handeln.“
Wenn wir krank sind, so sollen wir weder Gesundheit noch Krankheit bevorzugen, sondern uns nur in die Hände Gottes geben, damit Er über uns verfügt, wie es Ihm wohlgefällt. Wenn wir jedoch für die Heilung beten wollen, tun wir es zumindest mit einem Herzen, das im Voraus ergeben ist, und tun wir es unter der Bedingung, dass wir die Gesundheit erbitten, wenn sie nicht unserem Seelenheil abträglich ist. Wenn wir nicht so bitten würden, dann wäre unser Gebet fehlerhaft, und es würde nichts erreichen; denn Gott erhört nicht jene Gebete, bei denen die Ergebung in Seinen hl. Willen fehlt.
Alfons von Liguori: "Der Wille Gottes"
Trotzdem tun wir Menschen uns oft schwer, Gottes Willen zu verstehen und anzunehmen. Der hl. Alfons Maria von Liguori († 1787), ein beliebter Seelenführer seiner Zeit und 1871 zum Kirchenlehrer erhoben, gibt praktische Ratschläge, wie man den eigenen Willen mit Gottes Willen vereinen kann. Liguori, der nach 13 Jahren segensreichen Wirkens die letzten 12 Jahre seines Lebens als Kranker verbrachte, beschreibt die Situation der Leidenden wie folgt:
Der Wille Gottes im Leiden
Es gibt Leute, die wollen die Gesundheit haben; aber, so sagen sie, nicht deshalb, um nicht zu leiden, sondern um Gott besser dienen zu können. Wenn es ihnen gut geht, dann könnten sie die Regel beobachten, sich der Gemeinschaft nützlich machen, in die Kirche gehen, zur hl. Kommunion gehen, Buße tun, sich dem Studium widmen, am Heil der Seelen arbeiten durch Beichthören und Predigen. Diese Leute irren sich aber schwer. Dem, der so spricht, antworte ich: „Liebe Seele, sage mir, warum möchtest du alle diese Dinge tun? Um Gott zu gefallen? Warum suchst du dir noch etwas aus, wenn du doch weißt, wo für dich der Wille Gottes liegt? Er ist nicht in den Kommunionen, den Bußen, den Studien und Predigten, sondern hier: im geduldigen Ertragen der Krankheiten und Schmerzen, die Gott dir schickt. Also denn, vereinige deine Leiden mit den Leiden Jesu Christi!“ – „Aber, was mir Kummer macht, das ist, dass ich mit dieser Krankheit unnütz bin für die Aufgabe in der Gemeinschaft und in meiner Familie!“ – Dann ergebt euch eurerseits in den Willen Gottes, und glaubt, dass eure Eltern und Oberen sich gleichfalls in den Willen Gottes ergeben. Sie sehen sehr wohl, dass es nicht eure Faulheit ist, sondern der Wille Gottes, der dem Haus diese Bürde auflädt. Kurzum diese Wünsche und Klagen kommen nicht von der Liebe zu Gott, sondern von der Eigenliebe, welche der Vorwand ist, um euch dem Willen Gottes zu entziehen. Wollen wir Gott gefallen – dann richten wir an Ihn, wenn wir ans Bett gefesselt sind, dies einzige Wort: „Dein Wille geschehe!“ Wiederholen wir dieses Wort ohne Unterlass 100 Mal, 1000 Mal! Durch dieses einzige Wort werden wir Gott mehr zufriedenstellen als durch alle möglichen Abtötungen und Andachtsübungen. Es gibt kein besseres Mittel, Gott zu dienen, als freudig Seinen hl. Willen zu umfassen.Der sel. Johannes von Avila schrieb einem kranken Priester: „Mein Freund, macht euch nicht damit müde, euch vorzustellen, was Ihr tun würdet, wenn Ihr gesund wärt! Begnügt euch damit, krank zu sein, solange es Gott gefallen wird. Wenn Ihr den Willen Gottes sucht, dann ist die Gesundheit für Euch nicht von größerem Interesse als die Krankheit.“
Man kann es nicht besser sagen, denn Gott zieht Seinen Ruhm nicht aus unseren Werken, sondern aus der Ergebung und Gleichförmigkeit mit Seinem göttlichen Willen. Daher ist auch das Wort des hl. Franz von Sales verständlich: „… dass man Gott mehr und heiliger dient im Leiden als im Handeln.“
Wenn wir krank sind, so sollen wir weder Gesundheit noch Krankheit bevorzugen, sondern uns nur in die Hände Gottes geben, damit Er über uns verfügt, wie es Ihm wohlgefällt. Wenn wir jedoch für die Heilung beten wollen, tun wir es zumindest mit einem Herzen, das im Voraus ergeben ist, und tun wir es unter der Bedingung, dass wir die Gesundheit erbitten, wenn sie nicht unserem Seelenheil abträglich ist. Wenn wir nicht so bitten würden, dann wäre unser Gebet fehlerhaft, und es würde nichts erreichen; denn Gott erhört nicht jene Gebete, bei denen die Ergebung in Seinen hl. Willen fehlt.
Alfons von Liguori: "Der Wille Gottes"
Donnerstag, 15. Mai 2014
Der Papst über den Leib
Der Wunsch nach Liebe rührt an den tiefsten Grund unserer Identität als Mensch. Die Regale sind voll von Handbüchern mit Antworten auf unsere Sehnsucht nach Liebe. Der hl. Papst Johannes Paul II. jedoch bietet uns etwas viel Grundlegenderes an: Wenn wir die wahre Bedeutung von Mann und Frau entdecken wollen, ist es notwendig, nicht nur unsere psychologische Veranlagung und unser typisches Verhalten zu untersuchen, sondern – viel wichtiger – das, was Gott uns über unseren Ursprung offenbart.
Gott fordert uns stets auf, an den Anfang zurückzukehren, um seinen wunderbaren Plan für die Menschheit wiederzuentdecken. Nur wenn wir diesen ursprünglichen Plan verstehen und danach leben, können wir eine Antwort auf unser Suchen und die authentische Liebe finden. Dabei hilft uns der hl. Papst Johannes Paul II. mit seiner „Theologie des Leibes“, die Mary Healy in ihrem Buch Zurück ins Paradies neu erschlossen hat, um viele Menschen einzuladen, dieses Erbe des Papstes für sich zu entdecken:
Die heutige Kultur behauptet, wir könnten unser Verlangen nach Sex, Geld oder Macht nicht in der Griff bekommen, sondern es höchstens manipulieren oder unterdrücken. Anstatt z. B. die Jugendlichen über die Würde ihres Leibes und eine entsprechende Vorstellung von der Sexualität zu belehren, sagen wir: „Sie sind ein Haufen Hormone, wir können ihre sexuellen Gewohnheiten sowieso nicht ändern; geben wir ihnen Kondome!“ Anstatt jungen Erwachsenen die Schönheit der Ehe zu erklären, wenn wir feststellen, dass sie unverheiratet zusammenleben, schauen wir einfach darüber hinweg. Dies ist ein Verrat am Evangelium und ein Ausverkauf der Freude, die durch die Erfüllung des Planes Gottes möglich wäre.
Aus: Mary Healy: Zurück ins Paradies
Gott fordert uns stets auf, an den Anfang zurückzukehren, um seinen wunderbaren Plan für die Menschheit wiederzuentdecken. Nur wenn wir diesen ursprünglichen Plan verstehen und danach leben, können wir eine Antwort auf unser Suchen und die authentische Liebe finden. Dabei hilft uns der hl. Papst Johannes Paul II. mit seiner „Theologie des Leibes“, die Mary Healy in ihrem Buch Zurück ins Paradies neu erschlossen hat, um viele Menschen einzuladen, dieses Erbe des Papstes für sich zu entdecken:
Die Wahrheit über den Leib
Wenn jemand fragt: „Möchtest du geliebt oder benutzt werden?“ – welcher verständige Mensch würde da nicht die Liebe wählen? Wir können auch auf die Erfahrung zurückgreifen, wie es ist, benutzt statt geliebt zu werden, und wie sehr wir darunter leiden, wenn wir benutzt werden. Der menschliche Leib sagt: „Ich bin eine Person, deshalb bin ich unendlich wertvoll. Ich muss mit Würde und Respekt behandelt werden. Die einzige angemessene Antwort auf mich ist Liebe.“ Alle Menschen können diese Würde erkennen, wenn sie die Wahrheit lesen, die in den menschlichen Leib eingeschrieben ist.Sklaven der Begierde?
Jesus gab uns die Fähigkeit, gemäß dem eigentlichen Sinn der menschlichen Existenz zu leben: an der Liebe Gottes teilzuhaben. Wir sind nicht länger eine gefallene Menschheit, regiert von der Begierde. Weil Christus gekommen und für uns gestorben ist, sind wir eine erlöste Menschheit.Die heutige Kultur behauptet, wir könnten unser Verlangen nach Sex, Geld oder Macht nicht in der Griff bekommen, sondern es höchstens manipulieren oder unterdrücken. Anstatt z. B. die Jugendlichen über die Würde ihres Leibes und eine entsprechende Vorstellung von der Sexualität zu belehren, sagen wir: „Sie sind ein Haufen Hormone, wir können ihre sexuellen Gewohnheiten sowieso nicht ändern; geben wir ihnen Kondome!“ Anstatt jungen Erwachsenen die Schönheit der Ehe zu erklären, wenn wir feststellen, dass sie unverheiratet zusammenleben, schauen wir einfach darüber hinweg. Dies ist ein Verrat am Evangelium und ein Ausverkauf der Freude, die durch die Erfüllung des Planes Gottes möglich wäre.
Leidenschaft und Reinheit
Die Lehre des Papstes zeigt, wie falsch beide Extreme sind: die Unzucht, bei der der Begierde freie Bahn gelassen wird; und die Prüderie, die den Eros missachtet oder unterdrückt. Keines von beidem entspricht unserer Würde als leibliche Person, gestaltet nach dem Abbild Gottes. Die erste Alternative sieht im Menschen fast so etwas wie ein Tier, die zweite sieht ihn als einen körperlosen Engel – beides basiert auf einer Abwertung des Leibes. Nur durch ein reines Herz können wir unsere Sexualität in die richtigen Bahnen lenken, zu dieser Reinheit ruft uns Jesus in der Bergpredigt: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8). Es gibt keine echte Liebe ohne Reinheit (…) Christliche Predigten vermitteln manchmal den Eindruck, Moral basiere auf einer Reihe von Tabus: kein Gelegenheits-Sex, keine Empfängnisverhütung, keine Pornographie – also „no fun“, wie es in den Medien heißt. Doch wir sollten Gott für diese christliche Moral danken, die kein Nein ist, sondern von der wahren Freiheit handelt, von der Befreiung der Neigungen, die Gott in uns legte, und deren höchsten Erfüllung. Die Leidenschaft der Begierde (nach etwas greifen für mich) wird verwandelt in eine Leidenschaft des Schenkens (Selbsthingabe für dich). Leidenschaft gepaart mit Reinheit befreit den Leib dafür, wozu er geschaffen wurde: ein lebendiger Ausdruck einer spirituellen Gemeinschaft zu sein, in der beide Personen sich einander zum Geschenk machen.Aus: Mary Healy: Zurück ins Paradies
Montag, 12. Mai 2014
Marianische Heilige
Pfarrer Rudolf Keith, der in den Nachkriegsjahren im unterfränkischen Elsenfeld wirkte, verfasste das Buch Königin aller Heiligen. Für jeden Tag des Monats Mai stellt er zwei Heiligenportraits sowie passende Gebete vor. Dadurch bringt er uns nicht nur die Heiligen näher, sondern ermöglicht uns, jeden Tag ein Gebet von oder zu diesen Heiligen zu beten. Aus diesen Portraits stellen wir hier den deutschen Mystiker Heinrich Seuse vor:
Heinrich wurde Dominikanermönch. Bis zum vierzigsten Lebensjahr übte er eine unglaubliche Buß-Strenge. Es folgte eine Schule des Leidens: Verlust seiner Ehre, Untreue der Freunde, ein Gefühl der Verlassenheit von Gott. Gelassen ertrug er alles und wurde dafür zuletzt mit einem tiefen Seelenfrieden beschenkt. Als Dominikaner stellte er sich ganz in den Dienst Mariens. Öfter besuchte sie ihren Diener in seiner Zelle. Heinrich wollte sein Glück als Marienverehrer mit allen teilen. Seinen Beichtkindern gab er den Rat, täglich neun Ave Maria zu beten. Das erste am Morgen kniend, um alle guten Werke der Himmelskönigin in die Hände zu legen, damit sie diese kostbar mache und dem himmlischen Vater darbringe. Sieben Ave sollten den Tag über gebetet werden, damit das reinste Herz Mariens die Sünder zu Gott bringe und allen eine gute Sterbestunde erbitte. Das letzte Ave betete er am Abend in dem Anliegen, dass Maria alles gut mache, was wir tagsüber versäumt haben. Doch Heinrich ehrte auch alle Frauen um der Gottesmutter willen. Als er wieder einmal unterwegs war, kam er zu einem schmalen Steg, der über eine große Pfütze führte. Da kam ihm eine arme Frau entgegen, und Heinrich verließ sogleich den Steg und trat in die Pfütze, um auszuweichen. Da fragte die Frau: „Ehrwürdiger Vater, wie kommt es, dass Ihr mir Platz macht, da ich doch gern Euch ausgewichen wäre?“ Heinrich antwortete: „Es ist meine Gewohnheit, allen Frauen Ehre zu erweisen um der zarten Gottesmutter willen.“
Auszug aus dem Buch Königin aller Heiligen von Rudolf Keith
Zuerst erschienen in MARIA - Das Zeichen der Zeit (MZZ) Nr 161. 2. Quartal 2014
Der selige Heinrich Seuse
Um 1300 wurde in Konstanz am Bodensee der selige Heinrich Seuse geboren. Mit dreizehn Jahren brachte ihn seine tiefgläubige Mutter in das Inselkloster des hl. Dominikus, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Schon als Kind brachte Heinrich der Gottesmutter Blumen zum Schmuck. Als er wieder einmal die Maienkönigin mit einem Kranz der ersten Blumen gekrönt hatte, erschien ihm die Gottesmutter. Heinrich sah die Engel auf und nieder steigen in lichtem Gewand. Er hörte einen himmlisch schönen Gesang zu Ehren Mariens. Die Königin selbst schwebte über dem himmlischen Heer in Würde und Herrlichkeit.Heinrich wurde Dominikanermönch. Bis zum vierzigsten Lebensjahr übte er eine unglaubliche Buß-Strenge. Es folgte eine Schule des Leidens: Verlust seiner Ehre, Untreue der Freunde, ein Gefühl der Verlassenheit von Gott. Gelassen ertrug er alles und wurde dafür zuletzt mit einem tiefen Seelenfrieden beschenkt. Als Dominikaner stellte er sich ganz in den Dienst Mariens. Öfter besuchte sie ihren Diener in seiner Zelle. Heinrich wollte sein Glück als Marienverehrer mit allen teilen. Seinen Beichtkindern gab er den Rat, täglich neun Ave Maria zu beten. Das erste am Morgen kniend, um alle guten Werke der Himmelskönigin in die Hände zu legen, damit sie diese kostbar mache und dem himmlischen Vater darbringe. Sieben Ave sollten den Tag über gebetet werden, damit das reinste Herz Mariens die Sünder zu Gott bringe und allen eine gute Sterbestunde erbitte. Das letzte Ave betete er am Abend in dem Anliegen, dass Maria alles gut mache, was wir tagsüber versäumt haben. Doch Heinrich ehrte auch alle Frauen um der Gottesmutter willen. Als er wieder einmal unterwegs war, kam er zu einem schmalen Steg, der über eine große Pfütze führte. Da kam ihm eine arme Frau entgegen, und Heinrich verließ sogleich den Steg und trat in die Pfütze, um auszuweichen. Da fragte die Frau: „Ehrwürdiger Vater, wie kommt es, dass Ihr mir Platz macht, da ich doch gern Euch ausgewichen wäre?“ Heinrich antwortete: „Es ist meine Gewohnheit, allen Frauen Ehre zu erweisen um der zarten Gottesmutter willen.“
Auszug aus dem Buch Königin aller Heiligen von Rudolf Keith
Zuerst erschienen in MARIA - Das Zeichen der Zeit (MZZ) Nr 161. 2. Quartal 2014
Mittwoch, 7. Mai 2014
Papst Johannes XXIII
Wie viele Menschen arbeiten im Vatikan?“, wurde Papst Johannes XXIII. einmal gefragt. Die Antwort war kurz: „Etwa die Hälfte!“ So war Papst Johannes XXIII. – einfach und heiter wie ein Kind.
Als er Papst wurde, hörte man ihn klagen: „Warum hat Gott mich so wenig fotogen gemacht? Er wusste doch, dass ich Papst werden würde!“ Gewiss war er keine „Schönheit“, jedoch ein prächtiger Mensch mit einer schönen Seele. Der heilige Thomas von Aquin sagt, Schönheit sei „die Ausstrahlung der inneren Vollkommenheit“. Diese Vollkommenheit besaß der Papst.
Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Angelo Giuseppe Roncalli war nicht nur warmherzig, sondern auch mutig. Während des Zweiten Weltkriegs wirkte er als Apostolischer Delegat in der Türkei. Durch seinen Einsatz wurde ein Schiff mit 650 jüdischen Kindern an Bord gerade noch vor dem Zugriff der Nazis gerettet. Er ging auf alle Menschen zu, getreu dem salesianischen Grundsatz: „Das Verbindende, nicht das Trennende suchen.“ Das von ihm einberufene Zweite Vatikanische Konzil konzentrierte sich denn auch nicht auf die Verurteilung von Irrtümern, sondern auf die Vermittlung der Glaubensinhalte und das die Menschen Verbindende.
Johannes XXIII. wurde im Jahr 2000 selig gesprochen. Am Barmherzigkeitssonntag 2014 erfolgte durch Papst Franziskus die Heiligsprechung.
"Nächstenliebe beginnt mit Achtung und Höflichkeit. Ich bitte alle und empfehle allen: Liebe, Liebe, Liebe, im Denken, im Urteilen und im Reden! Lass dich nicht beirren von verrückten Ideen, die im Umlauf sind. Überlege mit deinem Kopf und nicht mit dem der anderen! Stellt euch nicht auf die Seite derer, die immer Kritik üben, denn kritisieren ist leicht, aber handeln ist schwer."
"Man muss lernen zu leiden, ohne auch nur merken zu lassen, dass man leidet. Freilich stechen und schmerzen auch die kleinen Kreuze. Man muss sie aber mit großer Geduld zu tragen suchen. Meistens hängen sie ein wenig von den Fehlern der anderen und ein wenig von unseren eigenen ab."
"Ich sorge mich um nichts anderes, als Tag für Tag den Willen des Herrn zu tun. Glaubt mir, das ist das schönste Leben!"
"Jede Form von Misstrauen oder Unhöflichkeit, vor allem gegen die Kleinen, die Armen, die Geringen– jedes absprechende und unüberlegte Urteil bereitet mir Schmerz und tut mir im innersten
Herzen weh."
"Ein Tag ohne Gebet ist wie ein Himmel ohne Sonne, wie ein Garten ohne Blumen."
"Der Herr hat mir viele Freuden beschert, weil ich mich daran gewöhnt habe, nicht die Fehler der anderen unter die Lupe zu nehmen, sondern daran zu denken, dass auch ich meine Fehler habe."
"Wenn wir uns nicht allzu wichtig nehmen, wird das Leben viel schöner. Denn wir merken allmählich, dass nichts von dem wahr ist, was wir uns einbilden, wenn wir uns gekränkt fühlen."
"Ich werde es mir zum Grundsatz machen, alle und alles anzuhören, es zu bedenken und zu studieren, um mein Urteil sehr langsam zu bilden und nicht geschwätzig zu sein."
"Man sollte sich immer in die Haut der anderen hineindenken, auch wenn diese nicht immer in allem recht haben und sich nicht immer vorbildlich benehmen."
Zuerst erschienen in Abbé Pierre Lefèvre, Ein reiches Erbe und "Maria - das Zeichen der Zeit"
Als er Papst wurde, hörte man ihn klagen: „Warum hat Gott mich so wenig fotogen gemacht? Er wusste doch, dass ich Papst werden würde!“ Gewiss war er keine „Schönheit“, jedoch ein prächtiger Mensch mit einer schönen Seele. Der heilige Thomas von Aquin sagt, Schönheit sei „die Ausstrahlung der inneren Vollkommenheit“. Diese Vollkommenheit besaß der Papst.
Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Angelo Giuseppe Roncalli war nicht nur warmherzig, sondern auch mutig. Während des Zweiten Weltkriegs wirkte er als Apostolischer Delegat in der Türkei. Durch seinen Einsatz wurde ein Schiff mit 650 jüdischen Kindern an Bord gerade noch vor dem Zugriff der Nazis gerettet. Er ging auf alle Menschen zu, getreu dem salesianischen Grundsatz: „Das Verbindende, nicht das Trennende suchen.“ Das von ihm einberufene Zweite Vatikanische Konzil konzentrierte sich denn auch nicht auf die Verurteilung von Irrtümern, sondern auf die Vermittlung der Glaubensinhalte und das die Menschen Verbindende.
Johannes XXIII. wurde im Jahr 2000 selig gesprochen. Am Barmherzigkeitssonntag 2014 erfolgte durch Papst Franziskus die Heiligsprechung.
Worte von Papst Johannes XXIII.
"Nächstenliebe beginnt mit Achtung und Höflichkeit. Ich bitte alle und empfehle allen: Liebe, Liebe, Liebe, im Denken, im Urteilen und im Reden! Lass dich nicht beirren von verrückten Ideen, die im Umlauf sind. Überlege mit deinem Kopf und nicht mit dem der anderen! Stellt euch nicht auf die Seite derer, die immer Kritik üben, denn kritisieren ist leicht, aber handeln ist schwer."
"Man muss lernen zu leiden, ohne auch nur merken zu lassen, dass man leidet. Freilich stechen und schmerzen auch die kleinen Kreuze. Man muss sie aber mit großer Geduld zu tragen suchen. Meistens hängen sie ein wenig von den Fehlern der anderen und ein wenig von unseren eigenen ab."
"Ich sorge mich um nichts anderes, als Tag für Tag den Willen des Herrn zu tun. Glaubt mir, das ist das schönste Leben!"
"Jede Form von Misstrauen oder Unhöflichkeit, vor allem gegen die Kleinen, die Armen, die Geringen– jedes absprechende und unüberlegte Urteil bereitet mir Schmerz und tut mir im innersten
Herzen weh."
"Ein Tag ohne Gebet ist wie ein Himmel ohne Sonne, wie ein Garten ohne Blumen."
"Der Herr hat mir viele Freuden beschert, weil ich mich daran gewöhnt habe, nicht die Fehler der anderen unter die Lupe zu nehmen, sondern daran zu denken, dass auch ich meine Fehler habe."
"Wenn wir uns nicht allzu wichtig nehmen, wird das Leben viel schöner. Denn wir merken allmählich, dass nichts von dem wahr ist, was wir uns einbilden, wenn wir uns gekränkt fühlen."
"Ich werde es mir zum Grundsatz machen, alle und alles anzuhören, es zu bedenken und zu studieren, um mein Urteil sehr langsam zu bilden und nicht geschwätzig zu sein."
"Man sollte sich immer in die Haut der anderen hineindenken, auch wenn diese nicht immer in allem recht haben und sich nicht immer vorbildlich benehmen."
Zuerst erschienen in Abbé Pierre Lefèvre, Ein reiches Erbe und "Maria - das Zeichen der Zeit"
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