Traditionell gilt der Monat März als der „Josefsmonat“, dessen Festtag die Kirche am 19. März feiert.
Die große hl. Kirchenlehrerin TERESA VON AVILA erwähnt den hl. Josef häufig. Sie trug maßgeblich dazu bei, sein Andenken in der Kirche zu fördern und scheint die Erste gewesen zu sein, die Kirchen zu seiner Ehre erbauen ließ.
Nachdem Teresa mit jungen Jahren in das Karmelkloster in Avila eingetreten war, erkrankte sie an einer schmerzlichen Krankheit, die sie an den Rand des Grabes brachte. Nach mehrtägiger Ohnmacht war Teresa völlig gelähmt und erbat die Feier hl. Messen im Anliegen ihrer Heilung. Mit innigem Gebet wandte sie sich vertrauensvoll an den hl. Pflegevater Jesu. In ihrer Biographie schreibt sie:
„Er ließ seine Macht und Güte hell aufstrahlen. Ihm sei gedankt! Ich fühlte meine Kraft zurückkehren; ich konnte aufstehen und gehen, ich war nicht mehr gelähmt. Seine Hilfe offenbarte sich auf ganz greifbare Weise (...) Um das Glück voll zu machen, erhörte er mich jederzeit und über
alle meine Erwartungen hinaus.“
Später schrieb Teresa: „Schon seit Jahren erbitte ich mir für das Fest des hl. Josef stets eine besondere Gnade, und immer bin ich erhört worden. Ist meine Bitte weniger gut und nicht ganz der Ehre Gottes gemäß, so weiß er in bewundernswerter Weise sie zum Besseren zu lenken und so noch vorteilhafter für mich zu machen.“
Teresa empfiehlt: „Wer einen Führer auf dem Weg zum inneren Gebet und innerlichen Leben braucht, soll den hl. Josef als Führer nehmen, und er wird in ganz kurzer Zeit zum Ziel kommen. Wer immer meinen Worten nicht glauben will, den bitte ich um der Liebe Gottes willen, einen Versuch zu machen; er wird dann erfahren, welch großen Nutzen es bringt, wenn man sich diesem glorreichen Patriarchen empfiehlt und ihn mit Andacht verehrt.“
Im Blick auf den hl. Josef und all das, was sie im Vertrauen auf seine Fürbitte bei Gott erlebte, schreibt Teresa schließlich: „Ich erinnere mich nicht, ihn bis zum heutigen Tag je um etwas gebeten zu haben, das er mir nicht gewährt hätte. Ja, es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat!“
Traditionell ist der Mittwoch der Tag, an dem besonders des hl. Josef gedacht wird. Er wartet nur darauf, dass wir ihn in unser Leben einladen und seine Fürsprache in Anspruch nehmen, zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen. Verehrt den hl. Josef!
(Aus: Isenegger/Holböck, Verehrt den hl. Josef)
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Samstag, 19. März 2016
Freitag, 29. August 2014
"Reicht das so?"
Geschichten, die das Leben schrieb, können den Glauben und das,
worauf es im Christentum wirklich ankommt, oft besser verdeutlichen als
theoretische Abhandlungen. Abbé Pierre Lefèvre stellt uns – im dritten
Band von „Kleine Geschichten – große Wahrheiten“ – solche Geschichten
vor:
Wenn man auf den Bus warten muss, hat man oft das Gefühl, Zeit zu verlieren. Aber nicht immer ist es verlorene Zeit. Eine Frau aus Deutschland erzählt:
Vor drei Jahren wartete ich in einer Großstadt auf den Bus. Er kam und kam nicht. Da näherte sich eine Prostituierte. Als sie versuchte, sich an die Männer in unserer Nähe heranzumachen, rief ich innerlich zu Jesus: „Du bist der Retter, rette sie!“ Als die Frau bei den Männern keinen Erfolg hatte, kam sie auf mich zu. Ich wischte sorgfältig die Regentropfen vom Sitzplatz neben mir weg. Sie staunte über meine Geste und fragte, weshalb ich das tue. – „Ich möchte verhindern, dass Sie sich schmutzig machen.“ Sie steht staunend da und sagt: „Das ist aber nicht gerade häufig, diese Aufmerksamkeit für andere.“ – „Das stimmt, und deshalb ist man ja auch oft allein.“ Sie stößt einen tiefen Seufzer aus und sagt: „Einsamkeit, das kenne ich!“ – Ich entscheide mich, sie zu duzen, und wage den ersten Schritt: „Du kennst die Einsamkeit, aber kennst du auch Jesus?“ Sie überlegt. „Ist das der, den sie Christus nennen?“ – „Ja, er ist dein Retter.“ – „Er kann mich retten? Wann?“ – „Ich weiß es nicht, bitte ihn darum. Er kommt und rettet dich.“
Sie steht auf, faltet die Hände, schließt die Augen und fleht laut: „Jesus, rette mich!“ Dann wendet sie sich wie ein kleines Mädchen, das sein Bestes versucht hat, an mich und fragt: „Reicht das so?“ „Ja, das reicht. Mach das oft so, dann wird er dich retten.“ Da gerade der Bus kam, kritzelte ich schnell meine Telefonnummer auf einen Zettel und gab ihn ihr.
Mehrere Monate vergingen. Eines Abends rief sie mich an und bat darum, mich mit ihr zu treffen. Sie fügte hinzu, sie sei nicht allein. In der Tat, als ich ankam, waren da fünf Prostituierte. Sie erzählten mir, jeden Tag träfen sie sich, um eine halbe Stunde lang zu wiederholen: „Jesus, du bist der Retter. Komm und rette uns!“ Sie luden mich ein, mich ihnen anzuschließen, wenn ich könnte.
In den folgenden Monaten wuchs die Gruppe. Schließlich waren es 27 Personen. Manchmal versuchte ich, ihnen eine kleine Katechese zu halten, doch sie antworteten mir: „Das wissen wir schon. Jesus hat es uns gelehrt!“
Heute, nach zwei Jahren, haben diese Prostituierten im Sakrament der Versöhnung eine Antwort auf ihr Beten empfangen und beschlossen, ihr Leben radikal zu ändern. Oft haben sie auf ganz unerwartete Weise Arbeit gefunden, viele haben kirchlich geheiratet, Kinder bekommen und führen ein Familienleben in Treue und im Gebet. Einige machen sogar eine Katechetenausbildung, um dann Zeugnis zu geben von der wunderbaren Begegnung, die ihr Leben verändert hat. Für Gott ist nichts unmöglich!
Aus "Kleine Geschichten - Große Wahrheiten (Band 3)" von P. Pierre Levebvre
Wenn man auf den Bus warten muss, hat man oft das Gefühl, Zeit zu verlieren. Aber nicht immer ist es verlorene Zeit. Eine Frau aus Deutschland erzählt:
Vor drei Jahren wartete ich in einer Großstadt auf den Bus. Er kam und kam nicht. Da näherte sich eine Prostituierte. Als sie versuchte, sich an die Männer in unserer Nähe heranzumachen, rief ich innerlich zu Jesus: „Du bist der Retter, rette sie!“ Als die Frau bei den Männern keinen Erfolg hatte, kam sie auf mich zu. Ich wischte sorgfältig die Regentropfen vom Sitzplatz neben mir weg. Sie staunte über meine Geste und fragte, weshalb ich das tue. – „Ich möchte verhindern, dass Sie sich schmutzig machen.“ Sie steht staunend da und sagt: „Das ist aber nicht gerade häufig, diese Aufmerksamkeit für andere.“ – „Das stimmt, und deshalb ist man ja auch oft allein.“ Sie stößt einen tiefen Seufzer aus und sagt: „Einsamkeit, das kenne ich!“ – Ich entscheide mich, sie zu duzen, und wage den ersten Schritt: „Du kennst die Einsamkeit, aber kennst du auch Jesus?“ Sie überlegt. „Ist das der, den sie Christus nennen?“ – „Ja, er ist dein Retter.“ – „Er kann mich retten? Wann?“ – „Ich weiß es nicht, bitte ihn darum. Er kommt und rettet dich.“
Sie steht auf, faltet die Hände, schließt die Augen und fleht laut: „Jesus, rette mich!“ Dann wendet sie sich wie ein kleines Mädchen, das sein Bestes versucht hat, an mich und fragt: „Reicht das so?“ „Ja, das reicht. Mach das oft so, dann wird er dich retten.“ Da gerade der Bus kam, kritzelte ich schnell meine Telefonnummer auf einen Zettel und gab ihn ihr.
Mehrere Monate vergingen. Eines Abends rief sie mich an und bat darum, mich mit ihr zu treffen. Sie fügte hinzu, sie sei nicht allein. In der Tat, als ich ankam, waren da fünf Prostituierte. Sie erzählten mir, jeden Tag träfen sie sich, um eine halbe Stunde lang zu wiederholen: „Jesus, du bist der Retter. Komm und rette uns!“ Sie luden mich ein, mich ihnen anzuschließen, wenn ich könnte.
In den folgenden Monaten wuchs die Gruppe. Schließlich waren es 27 Personen. Manchmal versuchte ich, ihnen eine kleine Katechese zu halten, doch sie antworteten mir: „Das wissen wir schon. Jesus hat es uns gelehrt!“
Heute, nach zwei Jahren, haben diese Prostituierten im Sakrament der Versöhnung eine Antwort auf ihr Beten empfangen und beschlossen, ihr Leben radikal zu ändern. Oft haben sie auf ganz unerwartete Weise Arbeit gefunden, viele haben kirchlich geheiratet, Kinder bekommen und führen ein Familienleben in Treue und im Gebet. Einige machen sogar eine Katechetenausbildung, um dann Zeugnis zu geben von der wunderbaren Begegnung, die ihr Leben verändert hat. Für Gott ist nichts unmöglich!
Aus "Kleine Geschichten - Große Wahrheiten (Band 3)" von P. Pierre Levebvre
Mittwoch, 23. Juli 2014
Alan Ames in Österreich, Südtirol und Schweiz - September 2014
Im September wird der Australier Alan Ames insgesamt 13 Gebetstage mit Vortrag und Heilungsgebet im deutschsprachigen Raum halten. Nachdem im Mai vor allem Deutschland berücksichtigt wurde, wird dies im September vor allem Österreich sein, dazu kommen noch einige Orte in Südtirol/Italien und der Schweiz.
Nun stehen endlich die genauen Termine fest und können HIER abgerufen werden. In Kürze werden sie auch auf der offiziellen Homepage und hier auf dem Blog verfügbar sein.
Beim Miriam-Verlag gibt es Infoflyer und Programmzettel, die kostenlos bezogen werden können. Bitte laden Sie auch Freunde und Bekannte ein!
Alan Ames (*1953 in England) geriet durch Armut in ein Milieu der Gewalt und des Alkohols. Nach der Heirat zog er nach Australien. Er hat zwei Kinder, machte Karriere in der Pharma-Industrie sowie im Sport als Kapitän der australischen Aikido-Nationalmannschaft (WM 1992), vier Schwarze Gürtel. Im Jahr 1993 wird ihm eine unerwartete Gotteserfahrung zuteil. Bekehrung und Rückkehr zur Kirche, innere Heilung und Berufung zum Heilungsdienst folgen. Mit Erlaubnis seines Erzbischofs ist Alan seit 1996 weltweit unterwegs, um Zeugnis zu geben und für die Menschen zu beten. Durch Alans Gebetsdienst wirkt Gott viele Heilungen.
"Ich möchte Alan Ames als einen treuen Katholiken und als rechtschaffenen Mann empfehlen. Er ist weit gereist, sprach über seine Bekehrung und übte seinen Heilungsdienst aus, was sehr gute Aufnahme gefunden hat, wo er auch hingeht ... Was Herr Ames sagt und schreibt ist einfach, korrekt und widerspricht in keinerlei Weise der rechten Lehre der Kirche."
"Ich habe keinen Zweifel daran, daß die Ansprachen von Alan von großem Wert für jene sind, die ihn hören, und sein unerschütterlicher Gehorsam gegenüber seinem Erzbischof und dem Magisterium der Kirche ist heute besonders wertvoll"
Nun stehen endlich die genauen Termine fest und können HIER abgerufen werden. In Kürze werden sie auch auf der offiziellen Homepage und hier auf dem Blog verfügbar sein.Beim Miriam-Verlag gibt es Infoflyer und Programmzettel, die kostenlos bezogen werden können. Bitte laden Sie auch Freunde und Bekannte ein!
Alan Ames (*1953 in England) geriet durch Armut in ein Milieu der Gewalt und des Alkohols. Nach der Heirat zog er nach Australien. Er hat zwei Kinder, machte Karriere in der Pharma-Industrie sowie im Sport als Kapitän der australischen Aikido-Nationalmannschaft (WM 1992), vier Schwarze Gürtel. Im Jahr 1993 wird ihm eine unerwartete Gotteserfahrung zuteil. Bekehrung und Rückkehr zur Kirche, innere Heilung und Berufung zum Heilungsdienst folgen. Mit Erlaubnis seines Erzbischofs ist Alan seit 1996 weltweit unterwegs, um Zeugnis zu geben und für die Menschen zu beten. Durch Alans Gebetsdienst wirkt Gott viele Heilungen.
"Ich möchte Alan Ames als einen treuen Katholiken und als rechtschaffenen Mann empfehlen. Er ist weit gereist, sprach über seine Bekehrung und übte seinen Heilungsdienst aus, was sehr gute Aufnahme gefunden hat, wo er auch hingeht ... Was Herr Ames sagt und schreibt ist einfach, korrekt und widerspricht in keinerlei Weise der rechten Lehre der Kirche."
Barry James Hickey, Erzbischof von Perth
"Ich habe keinen Zweifel daran, daß die Ansprachen von Alan von großem Wert für jene sind, die ihn hören, und sein unerschütterlicher Gehorsam gegenüber seinem Erzbischof und dem Magisterium der Kirche ist heute besonders wertvoll"
Philip Matthew Hannan, emeritierter Erzbischof von New Orleans
Montag, 14. Juli 2014
Tausend Kilometer für eine Beichte
Ein Priester aus Südkorea erzählt:
Der Krieg in Korea (1950–1953) ging seinem Ende entgegen. Die ganze Nacht feuerten die UN-Truppen ihre Geschosse vom Nam-san (Berg südlich der koreanischen Hauptstadt Seoul) herunter, und die Nordkoreaner schossen hinauf. Es war ohrenbetäubend, pausenlos feuerten die Kanonen drauflos, die ganze Stadt Seoul bebte. In jeder Straße, in jeder Gasse ausgebrannte, ausgebombte, zerstörte Häuser, hier und dort Leichen, in den letzten Zügen liegende Schwerverwundete, Feuerschein und Rauch. Überall fürchterliches Getöse, markerschütternde Schreie, Hilferufe. Die Hölle war los. Auch unser Luftschutzbunker war von Feuer und Rauch umgeben. Da gewahrte ich plötzlich, wie sich mir ein nordkoreanischer Soldat und eine Frau mittleren Alters näherten. Das Herz schlug mir bis zum Hals. Da hörte ich wie von Weitem: „Hochwürden, Hochwürden!“ Ich dachte: „Weshalb ruft man unter diesen Umständen laut nach dem Priester? Der nordkoreanische Soldat bringt mich um!“ Doch nein, nicht von weit her kam die Stimme, sondern direkt vor mir stand eine mir wohlbekannte Ordensfrau. Sie schüttelte und rief mich. Der Nordkoreaner, in einer Hand das schussbereite Gewehr, fuchtelte mit der anderen Hand vor meinem Gesicht herum. Ich dachte: Das ist das Ende! Verzweifelt schrie ich: „Warum?“ Da kamen die Schwester und der Nordkoreaner ganz dicht zu mich heran. Einen Augenblick fragte ich mich, ob ich im nächsten schon tot sei. Da vernahm ich die von Tränen erstickte Stimme des nordkoreanischen Soldaten: „Hochwürden! Hochwürden!“, stammelte er. Er war ein Katholik! Er kam von Sinui-ju an der chinesischen Grenze, war bis zur südlichsten Stellung der Nordkoreaner vorgedrungen, hatte tausend Gefahren überstanden, und war nun auf der Flucht gen Norden.
Er legte beide Hände auf meinen Kopf, schob den Mund an mein Ohr und begann seine Beichte. Ich spürte seinen heißen Atem in meinem Ohr, seine Hände zitterten mitleiderregend auf meinem Kopf. Weil in dem kleinen Luftschutzbunker viele Menschen eng zusammengepfercht waren, musste die Beichte auf diese ungewöhnliche Weise vor sich gehen: in dem einen Ohr weiterhin den betäubenden Kanonendonner, Hilfeschreie, das Getöse der einschlagenden Granaten, in dem anderen Ohr gleich einem ratternden Maschinengewehr die Sünden, die der Nordkoreaner losschoss.
Endlich war die Beichte zu Ende. „Hochwürden, danke!“, sagte er. Sichtlich erleichtert ergriff er meine Hände und erzählte mir unter Tränen die aufregende Geschichte, wie er mich gefunden hatte: Als der Krieg ausbrach, hatte er die jahrelang vergeblich gesuchte Gelegenheit genutzt, in den Süden zu kommen, um dort einen Priester zu finden, dem er nach sechzehn Jahren zum ersten Mal wieder seine Sünden beichten könnte. Das war sein brennendster Wunsch, seine große Hoffnung. Wer in diesem Krieg Sieger oder Verlierer sein würde, interessierte ihn nicht. Nach Überquerung des 38. Breitengrades (Teilungslinie zwischen Nord- und Südkorea) hatte er jede erreichbare katholische Kirche aufgesucht, fand aber nirgends einen Priester. Er kam nach Seoul, suchte Tag und Nacht, aber wen er auch ansprach, niemand konnte oder wollte ihn zu einem Priester führen.
Er warf sich vor der großen Mutter-Gottes-Statue vor der Myeng-Dong-Kathedrale nieder und betete aus ganzem Herzen, die Mutter Gottes möge ihm einen Priester schicken. Weiter auf dem Weg nach Süden schlich er sich zu jeder nur denkbaren Kirche; aber stets mit dem gleichen Misserfolg.
Am Naktong-Fluss wurde seine Einheit vernichtet, nur er überlebte. Bevor er sich nach Norden zurückzog, machte er noch einige erfolglose Versuche. Er war sich klar, dass er in Nordkorea wohl zeitlebens keinem Priester mehr seine Sünden beichten könnte, und so zog es ihn nochmals zu der Marienstatue vor der Myeng-Dong-Kathedrale. Er warf sich vor ihr nieder, und als er so unter Seufzern mit seinem Gewehr auf dem Boden stampfte, ging gerade eine Ordensschwester vorüber. Sie brachte ihn in unseren Luftschutzbunker ...
Aus: Karl Maria Harrer, Die schönsten Mariengeschichten Bd. 2
Der Krieg in Korea (1950–1953) ging seinem Ende entgegen. Die ganze Nacht feuerten die UN-Truppen ihre Geschosse vom Nam-san (Berg südlich der koreanischen Hauptstadt Seoul) herunter, und die Nordkoreaner schossen hinauf. Es war ohrenbetäubend, pausenlos feuerten die Kanonen drauflos, die ganze Stadt Seoul bebte. In jeder Straße, in jeder Gasse ausgebrannte, ausgebombte, zerstörte Häuser, hier und dort Leichen, in den letzten Zügen liegende Schwerverwundete, Feuerschein und Rauch. Überall fürchterliches Getöse, markerschütternde Schreie, Hilferufe. Die Hölle war los. Auch unser Luftschutzbunker war von Feuer und Rauch umgeben. Da gewahrte ich plötzlich, wie sich mir ein nordkoreanischer Soldat und eine Frau mittleren Alters näherten. Das Herz schlug mir bis zum Hals. Da hörte ich wie von Weitem: „Hochwürden, Hochwürden!“ Ich dachte: „Weshalb ruft man unter diesen Umständen laut nach dem Priester? Der nordkoreanische Soldat bringt mich um!“ Doch nein, nicht von weit her kam die Stimme, sondern direkt vor mir stand eine mir wohlbekannte Ordensfrau. Sie schüttelte und rief mich. Der Nordkoreaner, in einer Hand das schussbereite Gewehr, fuchtelte mit der anderen Hand vor meinem Gesicht herum. Ich dachte: Das ist das Ende! Verzweifelt schrie ich: „Warum?“ Da kamen die Schwester und der Nordkoreaner ganz dicht zu mich heran. Einen Augenblick fragte ich mich, ob ich im nächsten schon tot sei. Da vernahm ich die von Tränen erstickte Stimme des nordkoreanischen Soldaten: „Hochwürden! Hochwürden!“, stammelte er. Er war ein Katholik! Er kam von Sinui-ju an der chinesischen Grenze, war bis zur südlichsten Stellung der Nordkoreaner vorgedrungen, hatte tausend Gefahren überstanden, und war nun auf der Flucht gen Norden.
Er legte beide Hände auf meinen Kopf, schob den Mund an mein Ohr und begann seine Beichte. Ich spürte seinen heißen Atem in meinem Ohr, seine Hände zitterten mitleiderregend auf meinem Kopf. Weil in dem kleinen Luftschutzbunker viele Menschen eng zusammengepfercht waren, musste die Beichte auf diese ungewöhnliche Weise vor sich gehen: in dem einen Ohr weiterhin den betäubenden Kanonendonner, Hilfeschreie, das Getöse der einschlagenden Granaten, in dem anderen Ohr gleich einem ratternden Maschinengewehr die Sünden, die der Nordkoreaner losschoss.
Endlich war die Beichte zu Ende. „Hochwürden, danke!“, sagte er. Sichtlich erleichtert ergriff er meine Hände und erzählte mir unter Tränen die aufregende Geschichte, wie er mich gefunden hatte: Als der Krieg ausbrach, hatte er die jahrelang vergeblich gesuchte Gelegenheit genutzt, in den Süden zu kommen, um dort einen Priester zu finden, dem er nach sechzehn Jahren zum ersten Mal wieder seine Sünden beichten könnte. Das war sein brennendster Wunsch, seine große Hoffnung. Wer in diesem Krieg Sieger oder Verlierer sein würde, interessierte ihn nicht. Nach Überquerung des 38. Breitengrades (Teilungslinie zwischen Nord- und Südkorea) hatte er jede erreichbare katholische Kirche aufgesucht, fand aber nirgends einen Priester. Er kam nach Seoul, suchte Tag und Nacht, aber wen er auch ansprach, niemand konnte oder wollte ihn zu einem Priester führen.
Er warf sich vor der großen Mutter-Gottes-Statue vor der Myeng-Dong-Kathedrale nieder und betete aus ganzem Herzen, die Mutter Gottes möge ihm einen Priester schicken. Weiter auf dem Weg nach Süden schlich er sich zu jeder nur denkbaren Kirche; aber stets mit dem gleichen Misserfolg.
Am Naktong-Fluss wurde seine Einheit vernichtet, nur er überlebte. Bevor er sich nach Norden zurückzog, machte er noch einige erfolglose Versuche. Er war sich klar, dass er in Nordkorea wohl zeitlebens keinem Priester mehr seine Sünden beichten könnte, und so zog es ihn nochmals zu der Marienstatue vor der Myeng-Dong-Kathedrale. Er warf sich vor ihr nieder, und als er so unter Seufzern mit seinem Gewehr auf dem Boden stampfte, ging gerade eine Ordensschwester vorüber. Sie brachte ihn in unseren Luftschutzbunker ...
Aus: Karl Maria Harrer, Die schönsten Mariengeschichten Bd. 2
Dienstag, 8. Juli 2014
1873: Ein Josefswunder in Santa Fé
Welch außerordentliche Früchte das Gebet um die Fürbitte des hl. Josef haben kann, zeigt ein Ereignis aus dem Jahr 1873 in Santa Fé, USA. Schwester M. Florian berichtet.
Unsere Schwestern hatten beschlossen, von mexikanischen Zimmerleuten eine Kapelle nach dem Muster der „Sainte Chapelle“ in Paris bauen zu lassen. Nach den Plänen des Architekten P. Mouly wurde das Gebäude in fünf Jahren errichtet. Die Kapelle war 22,5m lang, 7,5m breit und 25,5m hoch. Als der Bau fast fertig war, bemerkte man mit Erschrecken einen Konstruktionsfehler. Die Kapelle war sehr schön geworden, ebenso auch die Empore an der Rückwand. Doch es gab keinen Weg, um von unten nach oben zu kommen, man hatte den Treppenaufgang vergessen! Verschiedene Fachleute wurden zu Rate gezogen, und von allen kam dieselbe Antwort: „Nichts zu machen! Für eine Treppe reicht der Platz nicht aus. Es gibt nur eine Lösung: entweder eine Leiter benützen oder die ganze Empore neu bauen.“
Man kann sich die Entäuschung und Ratlosigkeit der Schwestern vorstellen. Doch als Frauen mit starkem Glauben beschlossen sie, vorerst nichts zu unternehmen, sondern statt dessen eine Novene zum hl. Josef zu beten und die Hilfe der göttlichen Vorsehung abzuwarten.
Am letzten Tag der Novene klopfte ein Mann mit grauem Haar und einem Esel, der mit einer Werkzeugkiste beladen war, an die Tür und wünschte mit Schwester Magdalena, der damaligen Oberin, zu sprechen. Er wollte sich gern beim Bau der besagten Treppe nützlich machen, worüber die Mutter Oberin geradezu entzückt war. Nach dem Zeugnis mehrerer Schwestern, die ständig beim Bau zugegen waren, benutzte der geheimnisvolle Handwerker für seine Arbeit nur eine Säge, ein Winkelmaß und einen Hammer. Anstelle von Nägeln verwendete er hölzerne Nieten. Sie entsannen sich, auch einige Bottiche gesehen zu haben, in welchen Holzstücke in Wasser eingeweicht lagen.
Als Mutter Magdalena den unbekannten Baumeister nach erfolgreicher Arbeit entlohnen wollte, war dieser nicht mehr aufzufinden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, und im Bauholzlager vor Ort gab es nicht einmal einen Kaufbeleg für das verwendete Holz.
Die Treppe ist eine Konstruktion mit 36 Stufen in zwei Spiralen von genau 360 Grad, ohne jegliche Zentralstütze. Sie läuft von der Empore nach unten auf den Fußboden, und wird nur von diesen gestützt. Man spürt beim Begehen der Treppen eine gewisse Elastizität, was sich in einer leichten vertikalen Schwingung äußert, wie etwa bei einer großen Sprungfeder. Viele Architekten und Konstrukteure aus dem Ausland haben im Laufe der Jahre dieses Meisterwerk der Baukunst besichtigt und untersucht. Sie alle sind erstaunt, dass diese Treppe nicht in sich zusammengestürzt ist. Doch sie steht nach über 100 Jahren täglicher Benutzung immer noch. Das Holz weist eine große Härte auf und stammt mit Sicherheit nicht aus New Mexiko. Seine Herkunft konnte bis heute noch nicht abschließend geklärt werden.
Ist der hl. Josef selbst der Baumeister? Die Schwestern sind davon überzeugt, dass diese Treppe die Antwort auf ihr vertrauensvolles Bitten zum glorreichen Bräutigam der Gottesmutter war. –
Dieser Bericht will uns ermutigen, den hl. Josef in allen Nöten vertrauensvoll anzurufen. Dies empfiehlt auch die Kirchenlehrerin Teresa von Avila (†1582). Wenn auch Sie eine Novene zum hl. Josef beten wollen, finden Sie eine große Auswahl an Gebeten im Buch „Verehrt den hl. Josef“.
Unsere Schwestern hatten beschlossen, von mexikanischen Zimmerleuten eine Kapelle nach dem Muster der „Sainte Chapelle“ in Paris bauen zu lassen. Nach den Plänen des Architekten P. Mouly wurde das Gebäude in fünf Jahren errichtet. Die Kapelle war 22,5m lang, 7,5m breit und 25,5m hoch. Als der Bau fast fertig war, bemerkte man mit Erschrecken einen Konstruktionsfehler. Die Kapelle war sehr schön geworden, ebenso auch die Empore an der Rückwand. Doch es gab keinen Weg, um von unten nach oben zu kommen, man hatte den Treppenaufgang vergessen! Verschiedene Fachleute wurden zu Rate gezogen, und von allen kam dieselbe Antwort: „Nichts zu machen! Für eine Treppe reicht der Platz nicht aus. Es gibt nur eine Lösung: entweder eine Leiter benützen oder die ganze Empore neu bauen.“
Man kann sich die Entäuschung und Ratlosigkeit der Schwestern vorstellen. Doch als Frauen mit starkem Glauben beschlossen sie, vorerst nichts zu unternehmen, sondern statt dessen eine Novene zum hl. Josef zu beten und die Hilfe der göttlichen Vorsehung abzuwarten.
Am letzten Tag der Novene klopfte ein Mann mit grauem Haar und einem Esel, der mit einer Werkzeugkiste beladen war, an die Tür und wünschte mit Schwester Magdalena, der damaligen Oberin, zu sprechen. Er wollte sich gern beim Bau der besagten Treppe nützlich machen, worüber die Mutter Oberin geradezu entzückt war. Nach dem Zeugnis mehrerer Schwestern, die ständig beim Bau zugegen waren, benutzte der geheimnisvolle Handwerker für seine Arbeit nur eine Säge, ein Winkelmaß und einen Hammer. Anstelle von Nägeln verwendete er hölzerne Nieten. Sie entsannen sich, auch einige Bottiche gesehen zu haben, in welchen Holzstücke in Wasser eingeweicht lagen.
Als Mutter Magdalena den unbekannten Baumeister nach erfolgreicher Arbeit entlohnen wollte, war dieser nicht mehr aufzufinden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, und im Bauholzlager vor Ort gab es nicht einmal einen Kaufbeleg für das verwendete Holz.
Die Treppe ist eine Konstruktion mit 36 Stufen in zwei Spiralen von genau 360 Grad, ohne jegliche Zentralstütze. Sie läuft von der Empore nach unten auf den Fußboden, und wird nur von diesen gestützt. Man spürt beim Begehen der Treppen eine gewisse Elastizität, was sich in einer leichten vertikalen Schwingung äußert, wie etwa bei einer großen Sprungfeder. Viele Architekten und Konstrukteure aus dem Ausland haben im Laufe der Jahre dieses Meisterwerk der Baukunst besichtigt und untersucht. Sie alle sind erstaunt, dass diese Treppe nicht in sich zusammengestürzt ist. Doch sie steht nach über 100 Jahren täglicher Benutzung immer noch. Das Holz weist eine große Härte auf und stammt mit Sicherheit nicht aus New Mexiko. Seine Herkunft konnte bis heute noch nicht abschließend geklärt werden.
Ist der hl. Josef selbst der Baumeister? Die Schwestern sind davon überzeugt, dass diese Treppe die Antwort auf ihr vertrauensvolles Bitten zum glorreichen Bräutigam der Gottesmutter war. –
Dieser Bericht will uns ermutigen, den hl. Josef in allen Nöten vertrauensvoll anzurufen. Dies empfiehlt auch die Kirchenlehrerin Teresa von Avila (†1582). Wenn auch Sie eine Novene zum hl. Josef beten wollen, finden Sie eine große Auswahl an Gebeten im Buch „Verehrt den hl. Josef“.
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