Donnerstag, 14. August 2014

Kleine Geschichten - Große Wahrheiten

Band 3 der beliebten Kurzgeschichten-Reihe von P. Pierre Lefèvre ist erschienen!

83 Kurzgeschichten, die illustrieren, was es heißt, das Vaterunser und die Sakramente im Alltag zu leben. Heilige wie Kyrill und Methodius oder der selige Frédéric Ozanam gehören ebenso zu den "Helden" der Geschichten wie Menschen aus Europa, Amerika oder Asien, die im Alltag, im Krankenhaus oder am Arbeitsplatz ihren Mann stehen. 
210 Seiten, broschiert / Art.Nr.: 1405 / Preis: € 10.00

Mittwoch, 13. August 2014

Der fliegende Heilige

Zu den faszinierendsten Heiligen gehört der Franziskanerpater Josef Maria von Copertino (1603 - 1663) aus der Provinz Apulien in Süditalien. In einem Stall geboren, erlebte er schon in jungen Jahren Armut, Krankheit und Ablehnung. Der Schüler aber konnte auch in tiefes Staunen versinken – beim Klang der Orgel, bei der Erwähnung des Namens Jesus ... Fasziniert vom Leben des hl. Franziskus wollte er diesem nachfolgen. Doch sein Weg ins Kloster war dornig, mehrfach wurde er „wegen Unfähigkeit“ abgewiesen, bis er endlich Franziskanerminorit werden durfte. Er schien zwei linke Hände zu haben, tat sich schwer beim Lernen und schien oft geistesabwesend zu sein. Mit äußerster Mühe, durch viel Gebet und die Hilfe der Mutter Gottes schaffte er das Priesterstudium schließlich doch.
Bald merkten die Menschen nun, wie hoch er, der „Unfähige“, begnadet war: Unzählige Male schwebte er verzückt in der Luft, er hatte Visionen über die Zukunft, besaß die Gabe der Heilung und der Herzensschau. Seine charismatischen Gaben waren dermaßen spektakulär, dass viele ihn aufsuchten, einfaches Volk wie Gelehrte und Adlige. Doch der Heilige litt auch unter Verdächtigungen und Unverständnis und wurde, um dem Ansturm der Massen zu begegnen, von Kloster zu Kloster geschickt und immer mehr vor der Öffentlichkeit abgeschottet. Noch heute erfährt der hl. Josef von Copertino vor allem in seiner Heimat eine große Verehrung. Eine Kurzbiographie mit Novene und Gebeten, aus der die folgende Leseprobe stammt, möchte ihn auch hierzulande bekanntmachen.

Die letzten Jahre

Auf Bitten seiner Mitbrüder wird Pater Josef im Jahr 1657 in dem Kloster der Franziskaner-Konventualen in Osimo aufgenommen, das in der Mark Ancona liegt. Bereits bei seiner Ankunft sieht er über der Basilika von Loreto die Engel auf- und niedersteigen. Bei diesem Anblick gerät er in Ekstase und fliegt hinauf zum Giebel einer Scheune – zum heillosen Entsetzen der mitreisenden Brüder. Obwohl er auch dort ein Gefangener seiner Zelle ist, weiß er dennoch um die Gebetsanliegen, die an die Gemeinschaft herangetragen werden, um sich den Beistand des berühmten Heiligen und Wundertäters zu sichern. Br. Josef versöhnt Zerstrittene, heilt Kranke, spricht Prophezeiungen aus, hebt immer wieder in Verzückung ab, tanzt mit einer Nachbildung des Jesuskindes in seinen Armen und singt dabei vor Glück. Er hört nicht auf, für die Anliegen seiner Mitmenschen zu beten und zu opfern.

Nach monatelangem Fieber stirbt Josef Maria von Copertino am 18. September 1663 in Osimo im Kreis seiner Mitbrüder. Ein sanftes Lächeln umspielt seine Lippen. Plötzlich wird sein Haupt von einem hellen Licht umstrahlt. Friedlich und entspannt ruht sein Leib, wie im Schlaf, ohne eine Spur des Leidens oder eines Todeskampfes. Pater Josef hat seine Seele dem Schöpfer zurückgegeben.

Die Verehrung des Heiligen

Schon bald kommt es am Grab von Pater Josef in der Klosterkirche von Osimo zu auffälligen Gebetserhörungen und Wundern. Das einfache Volk verehrt den, der im Ruf der Heiligkeit starb, als einen mächtigen Fürsprecher. Auch die Kirche bestätigt sein heiligmäßiges Leben: Im Jahr 1753 wird Josef Maria von Copertino von Papst Clemens XIII. selig- und vierzehn Jahre später heiliggesprochen. Besonders in seiner süditalienischen Heimat erfreut sich der „fliegende Heilige“ bis heute großer Popularität. Er ist ein Patron der Schüler und Studenten, die ihn bei Prüfungen um Hilfe anrufen. Auch die Piloten, vor allem der (argentinischen) Luftwaffe, wenden sich an ihn als ihren Schutzpatron. Im Jahr 1963 wird er schließlich zum Schutzpatron der Weltraumfahrer ernannt. Josef von Copertino gilt als einer der bemerkenswertesten Heiligen der christlichen Mystik, doch auch zu den am wenigsten verstandenen. Er wollte nur das Eine: den Willen Gottes erfüllen. Ja, er war geradezu verrückt nach Gott. Diese Verrücktheit erfasste nicht nur seine Seele, sondern auch den ganzen Leib, der buchstäblich hinaufgezogen wurde zu Gott. Unzählige Gläubige aller Stände suchten ihn auf. Aufgrund seiner Gabe der Herzensschau wurde er vor allem von dem einfachen Volk verehrt, das seine Nähe suchte und seinen Rat annahm. Seine von Gott eingegossene Wissenschaft setzte selbst gelehrte Theologen immer wieder ins Staunen. Die Zeit seiner Isolation nutzte P. Josef zu Gebet, Gesang und Dichtung. So ist von ihm eine umfangreiche geistliche Spruchsammlung erhalten.

Aus: Gottfried Egger, Heiliger Josef von Copertino – Patron der Studenten

Dienstag, 12. August 2014

Maria - das Zeichen der Zeit

Seit über 30 Jahren gibt die Rosenkranz-Aktion e.V. beim Miriam-Verlag die Quartalszeitschrift "Maria - das Zeichen der Zeit", kurz "MZZ" heraus.
Zahlreiche Artikel befassen sich mit dem Glaubens- und Gebetsleben, Persönlichkeiten der Kirche und Heiligen. Erlebnisse und Wunder aus aller Welt werden berichtet, außerdem finden sich im hinteren Teil Hinweise auf das Verlagsprogramm und Neuerscheinungen im Miriam-Verlag.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe zum kostenlosen Download.

Ein Archiv unserer Ausgaben seit 2010 finden Sie hier.
Die Zeitschrift kann gegen Spende vom Miriam-Verlag bezogen werden. Ältere Ausgaben sind teilweise vergriffen, zum Großteil aber in digitaler Form erhältlich. Sie interessieren sich für eines der vorgestellten Bücher oder ein im Heft abgedrucktes Bild? Melden Sie sich noch heute bei uns: 

Miriam-Verlag Josef Künzli
D-79798 Jestetten Brühlweg 1
Inh. Franz Künzli GmbH
Telefon (+49) (0) 77 45 / 92 98 30
Telefax (+49) (0) 77 45 / 92 98 59

E-Mail: info@miriam-verlag.de
Internet: www.miriam-verlag.de

Oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

Ein Großteil der im MZZ erscheinenden Artikel wird verzögert auch hier im Blog veröffentlicht.

Montag, 11. August 2014

Heiliger Josef von Copertino - Patron der Studenten

Aktuell ist ein neues Büchlein im Miriam-Verlag erschienen, in dem Pater Gottfried Egger aus dem Leben des Heiligen Josef von Copertino erzählt.


Der aus dem süditalienischen Apulien stammende Franziskaner führte ein sehr bewegtes Leben. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine außergewöhnlichen Charismen: er besaß die Gabe der Herzensschau, der Prophetie, der Heilung und der Levitation (Schweben). Letzteres brachte ihm den Namen "Heiliger der Flüge" ein. Der vor allem in Italien sehr verehrte Josef von Copertino ist der Patron der Schüler und Studenten und wird auch in schweren Anliegen um Fürbitte angerufen.

Zu beziehen beim Miriam-Verlag

48 Seiten, geheftet / Artikelnummer: 1404 / ISBN 978-3874494045 / Preis: € 2.00

Donnerstag, 31. Juli 2014

Das Wort Gottes - Schlüssel zur Liturgie

Haben Sie schon einmal versucht, in der Dämmerung ein Buch zu lesen? Oder gar im Dunkeln?
Das Buch liegt vor Ihnen, es wurde in Ihrer Sprache verfasst, und Sie möchten wissen, was darin steht, denn es wurde Ihnen mit den Worten überreicht:Das ist ein langer Liebesbrief an dich!
Die Lösung ist einfach, denn nun müssen Sie sich nur noch eine Lichtquelle suchen, um das Buch und die liebevolle Nachricht darin zu lesen. Diese Worte verändern gewiss Ihr Leben, denn sie können Ihr Herz öff nen für die Liebe eines anderen, derer Sie sich zuvor nicht wirklich bewusst waren.

Sicher haben Sie bemerkt: Dieses Beispiel zielt auf die Heilige Schrift. Dort gibt es eine kostbare Botschaft, doch in unserem Innern ist eine gewisse Dunkelheit, die der Seele nicht gestattet, das Wort wirklich aufzunehmen. Was wir brauchen, ist Licht: geistliches, göttliches Licht. Wir brauchen das Licht des Heiligen Geistes.

Das lebendige Wort

Der Unterschied zwischen Gottes Wort und menschlichen Worten besteht darin, dass Gottes Wort lebendig ist (Hebr 4,12). Was bedeutet das? Die Antwort finden wir bei Jes 55,10f: „So ist es auch mit dem Wort, das meinen (Gottes) Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.“ Wahre Beispiele dafür sind Menschen, auch Atheisten oder Gegner der Kirche, die „zufällig“ eine Kirche betreten, um sie zu besichtigen, während darin ein Gottesdienst stattfindet; und gerade wird eine Stelle aus Jesaja (19,15) vorgelesen, wo Gott durch den Propheten sagt: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht.“ Tief im Herzen getroffen, findet der Atheist zu Gott und zur Kirche … Gottes Wort ist wirklich machtvoll, es kann Leben verändern.
Unter den 150 Psalmen gibt es einen, den längsten (Ps 119), der ausschließlich von Gottes Wort handelt. Unzählige Generationen bis heute reflektieren und beten ihn, z. B. König David, Jesus, die Gottesmutter, die Apostel und Menschen wie Sie und ich. Verse aus Psalm 119: „Öffne mir die Augen für das Wunderbare an deiner Weisung!“ (18). „Das Wesen deines Wortes ist Wahrheit, deine gerechten Urteile haben alle auf ewig Bestand“ (160). „Deine Worte sind rein und lauter, dein Knecht hat sie lieb“ (105).
Können wir das heute auch von uns sagen? Schätzen wir Gottes Wort, liebenwir es? In China riskierten Christen Gefängnisstrafen, wenn sie die Bibel besaßen, ebenso ist es noch heute in einigen Ländern. Wir aber haben die Bibel zur Hand, doch gehört sie nicht zu den am wenigsten gelesenen Büchern im Regal?

Das Wort Gottes lieben

Ich war gerade 20 Jahre alt, als mir in Westafrika von den Armen die Augen für den Wert von Gottes Wort geöffnet wurden. Bei einer Wallfahrt im Busch staunte ich, wie in der dortigen Fatima-Grotte eine „Feier der Heiligen Schrift“ stattfand. Alle Pilger kamen in langer Prozession zum Altar, wo die offene Bibel lag. Nie vergesse ich, wie eine arme blinde Frau die Seiten der Schrift berührte, dann ihre Augen anfasste und voll Ehrfurcht ein Kreuzzeichen schlug und sich verneigte. Später wurde ich Zeuge, wie ein unheilbar Kranker, der sehr an off enen Beinen litt, zum Priester kam. Der mittellose Priester gab, was er hatte: „Bete Psalm 63 jeden Morgen und Abend! Vertrau auf Gott.“ Der Mann kam nach drei Tagen zurück,um Gott für seine Heilung zu danken …

Das Wort in der Liturgie

Eine Lesung aus dem Alten Testament, der Apostelgeschichte oder den -briefen, das Evangelium mit Jesu Worten und Taten, der Antwortpsalm, die Gebete, die oft auf Schriftversen gründen: All dies soll unser Herz bereiten, um Jesus in der Kommunion zu empfangen. Wenn Gott selbst, Jesus selbst in der hl. Eucharistie in uns eingeht, in uns „Fleisch wird“, kann man sich eigentlich nie gut genug auf den Besuch dieses hohen Gastes vorbereiten. Die Liturgie hilft uns dabei, und sie wählt als ideale Vorbereitung das Wort Gottes, damit wir Jesus, die Mensch gewordene Liebe des Vaters, mit liebevollem Herzen empfangen können. Das Wort Gottes wäscht uns in gewisser Weise rein für das Mahl. Auch Jesus wusch den Aposteln vor dem Abendmahl die Füße. Dann, vor seiner Passion, sagte Jesus zu den Aposteln: „Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe“ (Joh 15,3). Die Frage an uns heute ist: Erlaube ich dem Wort, mich zu berühren, mich zu reinigen? Bin ich mir bewusst, in den Worten Jesu im Evangelium die Stimme des Vaters zu hören, denn Jesus sagt: „Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat“ (Joh 12,50). Das Zweite Vatikanische Konzil wollte uns beschenken, so dass wir das Wort Gottes in der Liturgie in der Muttersprache hören und noch besser verinnerlichen können. Die Kirche gibt an Sonntagen zwei Lesungen vor, dazu kommt das Evangelium. An Werktagen ist nur eine Lesung und das Evangelium vorgesehen. Schätzen wir dieses Geschenk wirklich?
Auf vielen Reisen besuchte ich die hl. Messe in Ländern Asiens, Afrikas, Nordamerikas und Europas. Dabei fiel mir in den deutschsprachigen Länder auf, dass wir die zweite Lesung an Sonntagen „einsparen“. Stattdessen wird oft nach der Kommunion eine „Meditation“ verlesen. Vielleicht ist das Wort Gottes für uns so wenig attraktiv, weil wir es im „Dunkeln“ lesen, denn im Licht des Heiligen Geistes würde unser Herz gewiss mit großer Liebe und Sehnsucht nach Gottes Wort entfacht …
Weit musste ich reisen, um von Menschen in der „Dritten Welt“ die Liebe zum Wort Gottes zu lernen. Möge der Heilige Geist in mir und in allen eine große Liebe zum Wort Gottes entzünden!

Beatrix Zureich
Zuerst erschienen in MARIA - Das Zeichen der Zeit

Dienstag, 29. Juli 2014

Vorsicht Falle!

Viele Christen mühen sich, ihre Pflichten in Familie und Beruf zu erfüllen. Sie unterstützen Arme und Bedürftige, beten und gehen zum Gottesdienst. Mit Überzeugung sagen sie: Ich bin ein guter Christ! – Es gibt jedoch einen Bereich in unserem Leben, über den wir uns selten Rechenschaft geben: Die Welt unserer Gedanken und Worte.

Jeden Tag navigieren wir durch eine Flut von Worten, von denen wir die meisten schnell vergessen. Und doch sind wir, aber auch unsere Mitmenschen, geprägt von eigenen und fremden Worten und den Gedanken, die die Wurzeln unserer Worte sind. Auch gute Christen sind nicht gefeit vor negativem Denken und Reden. Wie schnell geraten wir gerade durch unsere Zunge in die Negativ-Falle! Schon im Alten, aber auch im Neuen Testament wird die Gefahr, in die uns unsere Zunge bringt, oft thematisiert. Besonders deutliche Worte fand der Apostel Jakobus (Jak 1,26): „Wer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der betrügt sich selbst und sein Gottesdienst ist wertlos.“ Jakobus führt dies näher aus (Jak 3,5–6,9–10): „... wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt! Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt ... Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind. Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Meine Brüder, so darf es nicht sein!“
Wer Gutes über andere sagt, ist ein Segnender, denn segnen bedeutet „Gutes sagen“ (benedicere). Das Gegenteil drückt das lateinische Wort maledicere, „Böses sagen“, aus: lästern, schimpfen und verleumden. Die wenigsten Menschen sind sich der gravierenden Folgen ihrer Worte bewusst, die sogar zum Fluch werden können. So berichten die Medien oft von Kindern, die Selbstmord begehen, weil sie gemobbt werden – d.h. andere haben schlecht über sie geredet, und dies auch auf öffentlichen Plattformen wie Facebook, die „nichts vergessen“. Das Internet ist unbarmherzig, denn selbst wer Einträge löscht, weiß nicht, ob andere diese schon kopiert und weiterverbreitet haben. Was einmal ins weltweite Netz eingegeben wurde, ist kaum mehr zu eliminieren. Ähnlich verhält es sich auch mit unseren negativen Worten: Wir haben den Vorfall längst vergessen, aber in denen, die uns hörten, können diese Worte noch lange nachwirken. Wie oft sind z.B. Therapeuten mit Erwachsenen konfrontiert, deren Probleme in der Kindheit wurzeln, in Worten wie: „Du taugst nichts! Du bist an allem Schuld“ oder Schlimmerem.

Erneuerung des Denkens

Wer negativ denkt und spricht, ist meist selbst verletzt und teilt deswegen aus. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, bedarf es der Heilung. Hier ist das Sakrament der Beichte segensreich, das
uns hilft, denen zu vergeben, die an uns schuldig wurden, indem wir erst auf unsere eigene Sünde schauen und vor Gott um Vergebung bitten. Wer stets um eigene Verletzungen und die Sünden anderer kreist, riskiert, selbst zu sündigen, indem er nicht vergibt und zum „Ankläger unserer Brüder“ wird (vgl. Offb 12,10).
Der hl. Märtyrer Stephanus, der aufgrund von Verleumdung gesteinigt wurde, rief sterbend (Apg7,60): „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Woher hatte er diese Kraft, Böses mit einem Fürbittgebet zu vergelten? Offensichtlich war es sein Verbundensein mit Jesus, sein Ausgerichtetsein auf den Himmel. Jesus, der selbst mit Worten der Vergebung starb, ist die Quelle dieser Liebe, die selbst beim Erleiden größten Unrechts nicht Rache, sondern Gutes für die Verfolger im Sinn hat.

Wider den Geist der Kritiksucht

Manchmal sind Christen nur darum bemüht, einmal selbst in den Himmel zu kommen. Das birgt die Gefahr eines „frommen Egoismus“, denn die beiden größten Gebote Jesu haben einen anderen Fokus: Gott und den Nächsten zu lieben (vgl. Mk 12,30f). Ein wahrer Christ will nicht „allein in den Himmel kommen“, sondern viele andere mitbringen. Wie ist das möglich? Indem wir so leben und handeln wie Jesus. Ein wichtiger Schritt dazu ist es, dem Geist der Kritiksucht zu widersagen. Oft meinen wir, anderen mit unserer Kritik zu „helfen“, doch selten genug ist unser Kritisieren konstruktiv. Könnten wir am Ende des Tages die Gedanken und Worte zählen, müssten wir womöglich mit Erschrecken feststellen, dass die positiven Worte und Gedanken in der Minderheit waren; dass wir mehr gemaßregelt und verurteilt haben als gedankt und gelobt ...Wer Jesus nachfolgen will, sollte sich den Blick Jesu zu eigen machen, der die Mitmenschen nicht auf ihr Sünder-Dasein reduziert, sondern ihr Potential zur Heiligkeit sieht – und alles tut, ihnen auf dem
Weg zu diesem Ziel zu helfen. Überwiegt aber unser negatives Denken und Reden, ist dies ein Anzeichen dafür, dass unser Ego stärker ist als unsere Nächstenliebe.Wie Jesus auf die Sünde seines besten Freundes reagierte, beschreibt Lukas (vgl. Lk 22,61): Petrus lässt Jesus im Stich, verleugnet ihn drei Mal. Jesus aber sieht Petrus nur an. Es muss ein Blick der Liebe gewesen sein, denn er führt zur tiefen Reue des Petrus. Jesus wird Petrus das Versagen nie vorhalten. Im Gegenteil, er vertraut ihm sogar seine Kirche an. Petrus schreibt später (1 Petr 4,8): „Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander; denn die Liebe deckt viele Sünden zu.“ Petrus hatte es selbst erlebt, denn der
auferstandene Jesus hatte Petrus nach der dreifachen Verleugnung drei Mal gefragt (Joh 21,15–17): „Liebst du mich?“ Er gab Petrus die Chance, sein dreimaliges „Böses-Sagen“ umzukehren durch das dreimalige „Ich liebe dich “.
Immer, wenn wir negativ über andere sprechen oder denken, schaut uns Jesus mit demselben Blick an wie damals Petrus. Denn wir treffen Jesus, wenn wir andere vorschnell kritisieren, verleumden und ihnen gar jede gute Absicht absprechen. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, sagt der Herr (Mt 25,40).
Bitten wir ihn um die Gnade, ganz frei zu werden vom Geist der Kritiksucht, und uns zu helfen, fortan ein Segen für jene zu sein, denen wir durch unser negatives Reden geschadet haben. Die Heiligen Stephanus, Petrus und Jakobus werden uns vom Himmel aus beistehen. Sie warten nur darauf, dass wir sie darum bitten.
Komm, Heiliger Geist, lenke unser Denken, Reden und Tun!

Beatrix Zureich
(Zuerst erschienen in "Maria - das Zeichen der Zeit" Nr. 156)

Mittwoch, 23. Juli 2014

Alan Ames in Österreich, Südtirol und Schweiz - September 2014

Im September wird der Australier Alan Ames insgesamt 13 Gebetstage mit Vortrag und Heilungsgebet im deutschsprachigen Raum halten. Nachdem im Mai vor allem Deutschland berücksichtigt wurde, wird dies im September vor allem Österreich sein, dazu kommen noch einige Orte in Südtirol/Italien und der Schweiz.

Nun stehen endlich die genauen Termine fest und können HIER abgerufen werden. In Kürze werden sie auch auf der offiziellen Homepage und hier auf dem Blog verfügbar sein.

Beim Miriam-Verlag gibt es Infoflyer und Programmzettel, die kostenlos bezogen werden können. Bitte laden Sie auch Freunde und Bekannte ein!

Alan Ames (*1953 in England) geriet durch Armut in ein Milieu der Gewalt und des Alkohols. Nach der Heirat zog er nach Australien. Er hat zwei Kinder, machte Karriere in der Pharma-Industrie sowie im Sport als Kapitän der australischen Aikido-Nationalmannschaft (WM 1992), vier Schwarze Gürtel. Im Jahr 1993 wird ihm eine unerwartete Gotteserfahrung zuteil. Bekehrung und Rückkehr zur Kirche, innere Heilung und Berufung zum Heilungsdienst folgen. Mit Erlaubnis seines Erzbischofs ist Alan seit 1996 weltweit unterwegs, um Zeugnis zu geben und für die Menschen zu beten. Durch Alans Gebetsdienst wirkt Gott viele Heilungen.

"Ich möchte Alan Ames als einen treuen Katholiken und als rechtschaffenen Mann empfehlen. Er ist weit gereist, sprach über seine Bekehrung und übte seinen Heilungsdienst aus, was sehr gute Aufnahme gefunden hat, wo er auch hingeht ... Was Herr Ames sagt und schreibt ist einfach, korrekt und widerspricht in keinerlei Weise der rechten Lehre der Kirche."
Barry James Hickey, Erzbischof von Perth

"Ich habe keinen Zweifel daran, daß die Ansprachen von Alan von großem Wert für jene sind, die ihn hören, und sein unerschütterlicher Gehorsam gegenüber seinem Erzbischof und dem Magisterium der Kirche ist heute besonders wertvoll"
Philip Matthew Hannan, emeritierter Erzbischof von New Orleans